Sie sind hier: Startseite / Entzündung / Grundlagen / Umwelteinflüsse

Umwelteinflüsse erforschen und verstehen

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Lebensstil (z.B. Ernährungsgewohnheiten und Hygiene) in den westlichen Industrienationen erheblich verändert. Mit diesen Veränderungen einhergehend hat die Anzahl von Infektionskrankheiten stark abgenommen. Gleichzeitig hat allerdings die Anzahl chronischer Entzündungskrankheiten, Allergien und Autoimmunkrankheiten deutlich zugenommen.

Immer mehr WissenschaftlerInnen versuchen herauszufinden, welchen Einfluss bestimmte Änderungen in unserer Lebensweise auf das verstärkte Auftreten von Entzündungskrankheiten haben. Eine Möglichkeit, die Zusammenhänge besser zu verstehen, bietet die Epidemiologie. In dieser Fachrichtung wird der Zusammenhang von z.B. Krankheiten und Umwelt oder Ernährung auf der Basis großflächiger Untersuchungen von Bevölkerungsteilen analysiert.

Überraschende Zusammenhänge: Bakterien können vor Entzündungen schützen

Viele epidemiologische Daten deuten darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen der Exposition mit Bakterien und chronischen Entzündungen besteht. So hat zwar seit den 60er Jahren die Anzahl verschiedener Infektionskrankheiten stark abgenommen, die Anzahl von entzündlichen Erkrankungen ist allerdings stark gestiegen. Andere Zusammenhänge zeigen beispielsweise, dass Kinder mit älteren Geschwistern, Kinder, die zu Kindertagesstätten/ Kindergärten gehen oder Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen und dadurch vermehrt Kontakt mit Bakterien haben, seltener an entzündlichen Krankheiten wie Asthma oder Allergien leiden.

Besonders Infektionskrankheiten des Magen-Darmtrakts scheinen eine schützende Wirkung gegen chronische Entzündungskrankheiten zu haben. Zusätzlich zeigen Forschungsergebnisse, dass bestimmte Darmparasiten die Chance von Rückfällen bei Multipler Sklerose vermindern können.
Daher hat das Mikrobiome (die Gesamtheit aller Mikroorganismen des Darms/ Darmflora) und dessen Erforschung in denen letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Manche ForscherInnen vermuten sogar, dass die gezielte Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora Potential als Behandlungsmethode haben könnte.

Einflüsse des modernen Lebensstils

Neben Mikroben und Infektionen stehen allerdings auch andere Faktoren im Verdacht, die Entstehung von chronischen Entzündungen beeinflussen zu können. So konnte durch Untersuchungen gezeigt werden, dass Raucher ein erhöhtes Risiko haben, an Morbus Crohn zu erkranken.

Aber auch für viele andere Faktoren unseres modernen Lebensstils, wie Ernährungsgewohnheiten, Abgase und Chemikalien, mit denen wir täglich in Kontakt kommen, wird vermutet, dass sie chronische Entzündungen begünstigen.


Mehr Information unter:

Review: Infection, inflammation, and chronic diseases: consequences of a modern lifestyle.

Artikelaktionen