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Biobanken und Kohorten

Biobanken

In Biobanken werden Bioproben für Forschungszwecke unter hoch standardisierten Bedingungen in speziellen Biorepositories gesammelt und aufbewahrt. Sie stellen eine wesentliche Voraussetzung für die molekulare und biochemische Charakterisierung von Patienten und Freiwilligen dar und bilden die Grundlage für individualisiertere und stratifiziertere Behandlungsstrategien.

Die Universitäten in Kiel und Lübeck verfügen über hoch standardisierte, fortschrittliche Biobank-Infrastrukturen und führen bereits diverse gemeinsame Forschungsprojekte durch. Die wesentlichen Biobank-Aktivitäten in Kiel sowie im Forschungszentrum Borstel finden unter der organisatorischen Leitung des PopGen 2.0 Netzwerks (www.uksh.de/p2n/) statt. Die Biobank-Aktivitäten in Lübeck werden durch das Interdisziplinäre Zentrum für Biobanking-Lübeck (ICB-L, www.biobank.uni-luebeck.de) koordiniert.

Kohorten

Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung hat Zugriff auf diverse große Patientendatensammlungen und Kohorten sowie auf mehrere populationsbasierte Referenzkohorten zur umfangreichen molekularen und klinischen Phänotypisierung. Diese Kohorten sind in der nachstehenden Tabelle aufgelistet:

Tabelle Biobanken und Kohorten

# DNA-Proben (Blut) für genetische und epigenetische Analysen; * mehrfache longitudinale Proben und unterschiedliche Probenquellen (Blut, Stuhl, Biopsien, Bakterien); ** Anwerbung laufend (auch gekennzeichnet durch “>” für wachsenden Probenumfang); KHK=koronare Herzkrankheit, CED=chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, RA=rheumatoide Arthritis, SLE= systemischer Lupus erythematodes, PSC=primär sklerosierende Cholangitis

Die UKSH-Kohorte befindet sich zurzeit in der Pilotphase und wird im Laufe der kommenden Jahre weiter aufgebaut. Sie wird letztendlich mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten umfassen, die größtenteils an entzündlichen Erkrankungen leiden. Des Weiteren wurden und werden bereits mehrere klinische Kohorten mit entzündlichen Erkrankungen aufgebaut, darunter die Entzündungs-Kohorte sowie die Therapie-Kohorte, die jeweils wiederholte Sammlungen von Bioproben und klinischen Daten umfassen. Die CED Familien-Kohorte umfasst CED-Patienten sowie deren enge Familienangehörige. In Abständen von ca. zwei Jahren werden gesundheitsbezogene Daten und Bioproben (Blut, Stuhl) gesammelt/erhoben. Weitere Informationen zur CED Familien-Kohorte finden Sie unter: www.epidemiologie.uni-kiel.de/forschung/ced-studien/familienstudie

Die PopGen Kontrollkohorte, die deutsche Nationale Kohorte sowie eine große Probendatenbank von Blutspendern bilden hierbei die wichtigsten Referenz-Kohorten. Bei der PopGen Kontrollkohorte handelt es sich um eine populationsbasierte Stichprobe mit Blutspendern, die zunächst als Referenzprobe für genetisch-epidemiologische Fallkontroll-Studien erhoben wurde. Durch die alle vier bis fünf Jahre stattfindenden Kontrollen der PopGen-Kontrollkohorte stehen nun detaillierte molekulare, physiologische und bildgebende Phänotypisierung-Daten zur Verfügung. Bei der deutschen Nationalen Kohorte handelt es sich um eine große bundesweite populationsbasierte Kohorten-Studie, die letztendlich 200.000 Teilnehmer umfassen wird (10.000 aus der Region Kiel). Weitere Informationen finden Sie unter www.nako.de sowie unter: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24840228)

Seit 2015/2016 besteht am UKSH in Kiel und dem Campus in Lübeck ein breiter Konsens in Bezug auf Health Care Embedded Biobanking zur umfangreichen klinischen und molekularen Charakterisierung von Patienten/Kohorten im Rahmen von longitudinalen Studien zum Zwecke der Ableitung individueller Therapien für die Präzisionsmedizin.

Es bestehen Verbindungen zur Nationalen Kohorte (NaKo), zum Institut für Epidemiologie und zur BBMRI-ERIC/German-Biobank Alliance/Lübeck.

 

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