CL X Dynamik molekularer Interaktionen

Zusammenfassung

Entzündungen sind komplexe Vorgänge, bei denen zahlreiche Zelltypen, Kommensale, pathogene Mikroorganismen, subzelluläre Strukturen und Moleküle miteinander interagieren. Um diese Interaktionen zu verstehen ist es wichtig, die Funktionen und Dynamiken der einzelnen Akteure bis auf die molekulare Ebene zu entziffern. Neben der Identifizierung der interagierenden Moleküle ist dabei die detaillierte Erkenntnis über die Art der Interaktion, z.B. die Korrelation von Struktur und Funktion und die strukturelle Dynamik interagierender Moleküle, die Grundlage für das Verständnis ihrer biologischen Rolle. Um diese komplexen molekularen Ereignisse im Kontext von Entzündungsprozessen an den Barrieren zwischen Zellen und subzellulären Strukturen zu untersuchen, ist ein umfassendes methodisches Repertoire unverzichtbar. Das Cluster-Labor bündelt die Expertise und Infrastrukturen aus verschiedenen Fachbereichen und deckt eine große Bandbreite an Technologien zur Analyse von Interaktionsprozessen auf molekularer Ebene ab, z.B. Strukturanalyse per NMR- und Fluoreszenz-Korrelation-Spektroskopie, Röntgenkristallographie, Membranbiophysik, molekulare Bildgebung, immunomagnetische Separation, Proteomik, Zellbiologie und antimikrobielle Peptide. Die CL-Plattformen werden eine methodologisch ausgerichtete Forschung betreiben und die genannten hochmodernen Technologien für alle Forschungsbereiche vorhalten, die sich mit der Erforschung der molekularen Prozesse bei Entzündungen beschäftigen. Die technischen Fortschritte werden dabei zu neuen Hypothesen, die zur molekularen Basis von Entzündungen führen und die Entwicklung neuer entzündungshemmender Therapien fördern.

Beitrag zur wissenschaftlichen Agenda

Das Cluster-Labor bietet den gemeinsamen Zugang und Fortbildungen in den neuesten Technologien zur Erforschung der molekularen Interaktionen bei Entzündungsprozessen. Es ermöglicht (1) die Untersuchung von molekularen Interaktionen und Dynamiken in Lipidmembranen (z.B. membranaktive Peptide) in vitro und in vivo, (2) die strukturelle Analyse und Visualisierung komplexer Biomolekül-Interaktionen (z.B. DNA/Protein, Multiprotein) und (3) die Einführung einer „strukturellen Systembiologie" durch 3D-Strukturbestimmung von Proteinkomplexen und die Entwicklung strukturbasierter Inhibitoren.

 

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