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RA VI Umsetzung in die individuelle Patientenversorgung

Zusammenfassung

Chronische Entzündungskrankheiten, die sich in ihrem primären Phänotyp unterscheiden, können dennoch gemeinsame genetische Risikofaktoren und Entzündungswege haben, so dass gezielte (biologische) Therapien über verschiedenste Indikationen hinweg wirksam sein können. In der ersten FP wurde ein interdisziplinäres klinisches Forschungsumfeld geschaffen, in dem große Kohorten für Versuche zur molekularen Ätiologie und die klinische Forschung aufgebaut wurden. Dank zusätzlicher Professuren im Cluster und der Rekrutierung an den Universitäten (z.B. Neurodermitis, COPD/Asthma) konnte der Forschungsumfang wesentlich erweitert werden. Während sich RA I mit der Beziehung zwischen Genomen und Phänotypen großer Kohorten auf molekularer epidemiologischer Ebene beschäftigt, nutzt dieser Forschungsbereich individuelle genetische und genomische Tiefenanalysen für die individuelle Umsetzung in die konkrete Patientenversorgung. Die Erstellung von Einzelfall-Hypothesen wird in der Folge auf ganze Fallserien mit anschließenden therapeutischen proof-of-concept Studien erweitert oder in Kohorten-Studien des Fachbereichs RA I überführt. Gezielte Therapien zur Entzündungshemmung (z.B. biologische Präparate) werden über verschiedene Indikationen hinweg (einschließlich Patienten mit extremen Therapie-Reaktionen, z.B. bei Unempfindlichkeit) in einer systembiologischen Studie zu den regulativen Netzwerken von Entzündungskrankheiten untersucht. Ein besonderes Ziel dieses Forschungsbereichs ist es, die Wirksamkeit von Medikamenten auf molekularer Ebene prototypisch zu definieren. Gezielte Interventionen werden dazu genutzt, Unterpopulationen von Patienten basierend auf den langfristigen Ergebnissen zu definieren. Das in der ersten FP gegründete Exzellenzzentrum für Entzündungsmedizin CCIM (jetzt CL XIII) und das epidemiologische Cluster-Labor (CL XI) sind dabei die wichtigsten Partner für gemeinsame Projekte, insbesondere aufgrund ihres Interesses, Krankheiten früh, d.h. noch vor ihrer Unumkehrbarkeit, zu erkennen.

Beitrag zur wissenschaftlichen Agenda

Der Forschungsbereich betreibt die systematische klinische Erforschung von chronischen Entzündungskrankheiten und zielt dabei auf eine molekulare Neudefinition der verschiedenen Einheiten von Entzündungskrankheiten sowie auf die Definition des frühen Krankheitsstadiums als Ansatzpunkt für ursächliche Therapien ab und untersucht die Reaktionen auf Therapien bei entzündlichen Barriereerkrankungen. Die RA arbeitet bei ihren Projekten eng mit allen anderen Forschungsbereichen zusammen und untersucht (1) die molekularen Signaturen verschiedener gezielter Interventionen (z.B. Anti-IL6, Anti-TNF) bei Respondern und Non-Respondern, (2) Algorithmen zur Nutzung individueller Genomanalysen (vollständig oder teilweise) und anderer genomischer/proteomischer Biomarker bei klinischen Entscheidungen im Einzelfall, (3) neue Studiendesigns für klinische Tests, die individuelle Behandlungen und die molekulare Definition verschiedener Gruppierungen von Entzündungskrankheiten nutzen, und (4) die ethischen und rechtlichen Folgen eines personalisierten („genomischen“) Medizinansatzes.

Abbildung: Darstellung der wissenschaftlichen Agenda der RA VI.

 

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