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„Das Geheimnis der 100-Jährigen“ präsentiert sich in Lübeck

30.09.2013

Hundertjährige haben es geschafft, die meisten Angehörigen ihrer Generation um Jahrzehnte zu überleben – und dies oftmals bei guter Gesundheit. Aber wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Zusammen mit dem Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung (IMGWF) der Universität zu Lübeck und dem Zentrum für Kulturwissenschaftliche Studien Lübeck zeigt der Exzellenzcluster Entzündungsforschung  vom 1. Oktober bis 1. November „Das Geheimnis der 100-Jährigen“ im IMGWF in Lübeck.

Die Ausstellung ist 2011 im Rahmen eines europaweit einmaligen Studienprojekts der Forschungsgruppe „Gesundes Altern” unter Leitung von Professorin Almut Nebel, Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Mitglied im Exzellenzcluster Entzündungsforschung, in Zusammenarbeit mit dem Berliner Fotografen Andreas Labes entstanden. Andreas Labes hat über fünf Jahre einhundert hoch betagte Menschen porträtiert, die an einer Studie der Altersforscherin teilgenommen haben.

Zusammen mit Professor Stefan Schreiber, Sprecher des Exzellenzclusters Entzündungsforschung und Direktor am IKMB der CAU, hat der Fotograf begleitend zum Projekt das Buch „100 Jahre Leben – Portraits und Einsichten“ veröffentlicht. „Die Sehnsucht nach einem hochbetagten und  gleichwohl gesunden Leben ist nicht erst in der Moderne entstanden, sondern gehört zu einem uralten mythischen Potenzial. Unklar bleibt nur die besondere Essenz, die dieses Phänomen ausmacht“, sagt Schreiber. „Hier ist nicht nur ein Dokument eines außergewöhnlichen biologischen Ereignisses, sondern auch außergewöhnlicher Erfahrungen entstanden.“

Die Altersforscherin Professorin Almut Nebel sucht mit ihrer Arbeitsgruppe nach genetischen Faktoren, die die Langlebigkeit begünstigen. Ihre Forschung konzentriert sich auf Hochbejahrte jenseits der 90 Jahre. In anonymisierten Blutproben untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Arbeitsgruppe das Erbgut von über 90-jährigen Männern und Frauen. Die Daten werden in einer großen Datenbank, der Biobank "popgen", gesammelt. Mittlerweile stehen rund 3.000 DNA-Proben von hochbejahrten Personen (ab 90 Jahre) zur Verfügung, anhand derer die Forscherinnen und Forscher untersuchen, welche Genvarianten bei Hundertjährigen häufiger oder seltener vorkommen als bei jüngeren Personen.

Die Ausstellung im IMGWF, organisiert von Institutsdirektor Professor Cornelius Borck und Professor Christoph Rehmann-Sutter, zeigt zwölf Porträts von Menschen, die mindestens hundert Jahre alt sind und offenbart einen Blick auf ihre individuellen Lebensgeschichten. „Das Gesicht verkörpert ein Geheimnis der Person. Deshalb sprechen diese Bilder zu uns“, sagt Rehmann-Sutter. Die Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 1. Oktober, um 19:00 Uhr ist öffentlich. Interessierte können bis zum 1. November 2013 montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr die Ausstellung besuchen, der Eintritt ist frei.
 

2013-100-Jaehrige
Bildunterschrift: Eindrucksvolle Bilder des Alters
Copyright/Fotos: Andreas Labes



Das Wichtigste in Kürze:
Was:    Ausstellung „Das Geheimnis der 100-Jährigen”
Wann:  1. Oktober bis 1. November 2013
              montags bis donnerstags: 9 bis 15 Uhr, freitags: 9 bis 14 Uhr
Wo:       Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung
              Königstraße 42, 23552 Lübeck



Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung („Inflammation at Interfaces“) verfolgt einen einzigartigen interdisziplinären Forschungsansatz, um die Ursachen chronischer Entzündungen zu entschlüsseln und Therapien dagegen zu entwickeln. Die Forschungsgemeinschaft bringt die Kompetenzen von etwa 300 Forschenden aus Genetik, Biologie, Ernährungswissenschaften und Medizin der Universitäten Kiel und Lübeck, des Forschungszentrums Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön sowie der Muthesius Kunsthochschule Kiel zusammen. Allein in Deutschland leiden Millionen Menschen an chronischen Entzündungen der Lunge (Asthma), der Haut (Psoriasis) und des Darms (Morbus Crohn). Auslöser ist eine Störung des Immunsystems: Es aktiviert unaufhörlich Entzündungsmediatoren und Abwehrzellen, wodurch gesundes Gewebe zerstört wird. Die Zahl der Leidenden steigt Tag für Tag. Dieses Phänomen der modernen Zivilisation ist zur Herausforderung für die Medizin im 21. Jahrhundert geworden. Dementsprechend haben die Bundesregierung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Jahre 2007 die Entschlüsselung des komplexen Entzündungsmechanismus zum nationalen wissenschaftlichen Schwerpunkt erklärt.

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