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Beste Karrierechancen für forschende Ärztinnen und Ärzte in Schleswig-Holstein

29.11.2018

Befeuert durch den neu bewilligten Exzellenzcluster zur Präzisionsmedizin entstehen innerhalb der nächsten sieben Jahre 70 Stellen für Clinician Scientists. Heute startet die erste Ausschreibung.

Ärztinnen und Ärzte mit Interesse an der Forschung finden in Schleswig-Holstein optimale Bedingungen für eine Karriere als Clinician Scientist. Gemeinsam etablieren die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die Sektion Medizin der Universität zu Lübeck (UzL) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) vier Weiterbildungs-Programme mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Die Programme ermöglichen eine strukturierte Facharztausbildung, sichern die klinische und wissenschaftliche Qualifizierung und bieten gleichzeitig Freiraum für die Forschung. Mit diesen Programmen begegnet die Universitätsmedizin in Schleswig-Holstein dem enormen Bedarf an forschenden und klinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten. „Die Planbarkeit der Medizinischen Weiterbildung nach dem Medizinstudium in Verbindung mit geschützter Forschungstätigkeit ist eine gute Grundlage, Medizin-Absolventinnen und -Absolventen der Forschung wieder näher zu bringen“, betonte der Dekan der Medizinischen Fakultät an der CAU, Professor Ulrich Stephani und UKSH-Vorstandsmitglied für Forschung und Lehre.

Motor für diese Entwicklung in Schleswig-Holstein ist der kürzlich bewilligte Exzellenzcluster Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI)/Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen, der die Nachwuchsförderung in der Forschungsagenda fest verankert hat. Ziel des Clusters ist, die wissenschaftlichen Fortschritte aus der Grundlagenforschung für Patientinnen und Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen zur Anwendung zu bringen. Unerlässlich dafür sind Clinician Scientists, die einerseits auf international wettbewerbsfähigem Niveau forschen und gleichzeitig ein Standbein in der Klinik haben. Sie können dringende klinische Fragestellungen ins Labor tragen, das klinische Potenzial grundlegender Erkenntnisse erkennen und so die Zukunft der Medizin gestalten.

„Die Präzisionsmedizin, also die individuell angepasste Diagnose und Therapie von Erkrankungen, wird zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. In diesem Bereich wurde in den vergangenen zehn Jahren Pionierarbeit in Schleswig-Holstein geleistet“, sagt Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. „Mit unserem stetigen Bemühen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die besten Arbeitsbedingungen zu bieten, wird das UKSH seinen Anteil zur weiteren erfolgreichen Arbeit des Exzellenzclusters beitragen. So, wie wir mit unserem baulichen Masterplan im Krankenhausbau neue Maßstäbe setzen, wollen wir mit Precision Health in Schleswig-Holstein entscheidende Impulse für die Medizin der Zukunft setzen.“

Neben dem Weiterbildungsprogramm des Exzellenzclusters PMI starten mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) 2019 drei weitere Programme mit innovativen Themenschwerpunkten: das Clinician Scientist Program in Evolutionary Medicine (CSEM), die Clinician Scientist School Lübeck, die die Interaktionen zwischen Nervensystem, Stoffwechsel und Immunsystem erforscht, und das Else-Kröner-Forschungskolleg Kiel „Darm-Hirn-Achse – Relevanz für die Entzündungsmedizin und Neurodegeneration.

Solche Modelle zur Nachwuchsförderung gibt es auch an anderen Orten. „Aber in Kiel und Lübeck ist besonders, dass die Landesärztekammer von Anfang an dabei ist und diese Kombination aus Facharztweiterbildung und klinischer Forschung anerkennt“, erklärt Cluster-Sprecher Professor Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin I am USKH Campus Kiel und Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie an der Universität Kiel. Der Bedarf an forschenden Ärztinnen und Ärzten ist groß. „Daher stellen wir ein rigoroses und attraktives Schulungsprogramm bereit“, sagt Schreiber. „Ziel ist, Klinikerinnen und Kliniker während ihrer Fachausbildung zu rekrutieren und ihnen die nötigen Erfahrungen und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie benötigen, um eine Karriere in der klinischen Forschung  aufzubauen und zu erhalten.“ Die jungen Kolleginnen und Kollegen erwartet eine umfassende Ausbildung in innovativer klinischer, bildgebender und grundlagenorientierter Forschung, für die sie von der Krankenversorgung freigestellt werden. Diese „geschützten Forschungszeiten“ sind in einem modular aufgebauten Curriculum festgehalten, das durch ein Mentoringkonzept sowie die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen und die Vorbereitung auf Führungsaufgaben flankiert wird. Über sechs Jahre alternieren die Clinician Scientists zwischen Forschungs- und klinischen Modulen. Am Ende des Curriculums steht die Zulassung zur Facharztprüfung und idealerweise die Habilitation.

Zusätzlich unterstützt das Clinician Scientist Programm des Exzellenzclusters PMI auch die Karriere von bereits etablierten Forscherinnen und Forschern nach der Facharztausbildung, so genannte Senior Clinician Scientists, die vielleicht schon eine Leitungsfunktion in der Klinik haben. Sie erhalten ebenfalls geschützte Zeit für die Forschung und haben damit die Chance, eigene Forschungsprojekte einzuwerben und eine Nachwuchsgruppe aufzubauen.

 

Weitere Informationen:

https://www.uksh.de/clinician_scientists.html

 

Bildmaterial steht zum Download bereit:

Weiterbildungsprogramme

Damit die Forschung nicht auf Feierabend und Wochenende beschränkt bleibt, bekommen Clinician Scientists in den strukturierten Weiterbildungsprogrammen von Uni Kiel, Uni Lübeck und UKSH Zeit, in der sie von der Krankenversorgung freigestellt werden. Foto: Oliver Franke ©IKMB

Clinician Scientist Programme

Junge Ärztinnen und Ärzte mit Interesse an translationaler Forschung erhalten in den Clinician Scientist Programmen ein Spitzenausbildung und interdisziplinäre Betreuung. Foto: Sascha Klahn, ©Uni Kiel.

 

Pressekontakt:

Kerstin Nees
Telefon: (040) 8320998, E-Mail: presse.cluster@uv.uni-kiel.de


Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; die zweite Förderphase endet am 31. Dezember 2018. 2019 geht es mit neuer Forschungsausrichtung und Förderung durch die Exzellenzstrategie weiter. Ziel des neuen Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen/Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) ist den vielfältigen Forschungsansatz zu chronisch entzündlichen Erkrankungen von Barriereorganen in seiner Interdisziplinarität auch in die Krankenversorgung zu übertragen. Beteiligt an dem Verbund sind rund 300 Mitglieder in acht Trägereinrichtungen an vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule, Institut für Weltwirtschaft und Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum).

 

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Kontakt: Sonja Petermann
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
Twitter: I@I@medinflame

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