Sie sind hier: Startseite / Newsroom / Aktuelles / Therapie chronischer Erkrankungen als zukünftige Herausforderung für die Universitätsmedizin

Therapie chronischer Erkrankungen als zukünftige Herausforderung für die Universitätsmedizin

Die zunehmend alternde Gesellschaft und die damit verbundene steigende Anzahl chronisch-entzündlicher Erkrankungen stellt unser Gesundheitssystem vor immense Herausforderungen. Die erfolgreiche Therapie dieser Erkrankungen wird DIE Herausforderung für die Universitätsmedizin in den kommenden Jahrzehnten sein. Über diese anspruchsvolle Aufgabe diskutierte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe am Donnerstag, 9. Februar, mit Fachleuten des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“, Thomas Stritzl, MdB, sowie Landtagsabgeordneten im Kieler Entzündungszentrum. Die Fachleute des Exzellenzclusters sind sich einig: Nur mit einer interdisziplinären Strategie, die aus der Forschung in die Krankenversorgung übertragen wird, kann eine individuelle Therapiesteuerung betrieben werden, die zu mehr Gesundheit und einem geringerem Medikamentenverbrauch führt.

Die steigende Anzahl chronisch-entzündlicher Erkrankungen ist vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft eine Bedrohung des Gesundheitssystems. Dabei stellen diese Erkrankungen nicht nur eine medizinische Herausforderung dar, sie sind auch volkswirtschaftlich ein enormer Faktor. Denn chronisch krank bedeutet, dass diese Menschen bis an ihr Lebensende eine immer komplexere medizinische Betreuung benötigen. „Die Therapien bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen sind mittlerweile so vielschichtig, dass niedergelassene Ärzte dieser Komplexität teilweise nicht mehr gewachsen sind,“ sagt Professor Stefan Schreiber, Sprecher des Exzellenzclusters und Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, und Medizinische Fakultät an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. „Die Universitätsmedizin wird sich zukünftig intensiv mit diesen Krankheitsfeldern beschäftigen. Der vielfältige Forschungsansatz, den wir im Exzellenzcluster seit zehn Jahren sehr erfolgreich praktizieren, muss in seiner Interdisziplinarität auch in die Krankenversorgung übertragen werden. Nur wenn wir zielgenaue Therapien einsetzen können wir ein besseres Krankheitsmanagement leisten, welches nicht notwendigerweise eine Heilung bedeutet.“

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sagte bei seinem Besuch im Kieler Entzündungszentrum (CCIM): „Wir haben in Deutschland eine sehr gute Gesundheitsversorgung. Damit das auch in Zukunft so bleibt, brauchen wir zukunftsweisende Forschung, die den Patientinnen und Patienten zugutekommt. Im Exzellenzcluster ‚Entzündungsforschung‘ arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam daran, Entzündungsprozesse zu verstehen und so Krankheitsursachen aufzuspüren. Um chronische Entzündungen in Zukunft besser und zielgerichteter behandeln zu können, ist es gut, wenn Forschung und klinische Praxis so eng wie möglich zusammenarbeiten.“

Chronische Entzündungskrankheiten betreffen zehn Prozent der Bevölkerung in Europa. Sie führen häufig zu einem erheblichen Leidensdruck und Verlust der Lebensqualität und sind ein wichtiges, ungelöstes Problem in der Medizin. Die Krankheiten sind derzeit nicht heilbar und nur bei etwa der Hälfte der Betroffenen kann die Krankheit mit einem Medikament langfristig unterdrückt werden. Welcher Mensch auf welche Behandlung anspricht, kann mit den bisherigen Untersuchungsmethoden nicht vorhergesagt werden. Bedingt durch die immer einfacher durchzuführenden genetischen Untersuchungsmethoden, und die ergänzende bioinformatische Auswertung dieser Daten hoffen Forschende, schon bald wichtige Hinweise zur Art und zum Zeitpunkt von Therapien geben zu können.

 

Artikelaktionen

abgelegt unter:
Aktuelles

Fernsehbeitrag: Schleswig-Holstein Magazin - 02.01.2017 19:30 Uhr

Andre Franke zur genetischen Beeinflussung der Darmflora

Mehr Infos zum Thema

 

Rundfunkbeitrag NDR Info (03/2015)

Stefan Schreiber und Matthias Laudes zum Exzellenzcluster Entzündungsforschung und dem Internationalen Symposium

« April 2017 »
April
MoDiMiDoFrSaSo
12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930