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DFG-Förderung für Lübecker Colitis-Forschung

11.05.2016

Die Arbeitsgruppe Molekulare Gastroenterologie untersucht die Ursachen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen – Grundlage für neuartige Therapieverfahren bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Die Erforschung der Ursachen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen in Lübeck wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 410.000 Euro für die nächsten drei Jahre gefördert. Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Gastroenterologie an der Medizinischen Klinik I der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, ist Prof. Dr. Christian Sina.

Das bewilligte Projekt "Dissecting the role of mitochondrial gene polymorphism function in murine and human intestinal inflammation" basiert auf der Annahme, dass eine mitochondriale Fehlfunktion und damit ein gestörtes Energiegleichgewicht in Darmepithelzellen wesentlich an der Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) beteiligt ist. Einen Zusammenhang zwischen mitochondrialer Dysfunktion und der Anfälligkeit für chronische Colitis konnte die Arbeitsgruppe bereits im Rahmen des durch die Universität geförderten Juniorclusters „Mitochondriale Dysfunktion bei komplexen Erkrankungen“ nachweisen.

In Fortführung dieser Vorarbeiten und als Ergebnis der internen Förderung sollen mit Hilfe der Forschungsgelder nun in den kommenden drei Jahren die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen aufgeklärt werden. Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis der molekularen Ursachen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa die Grundlage für neuartige Therapieverfahren für diese beiden bisher noch unheilbaren Erkrankungen zu schaffen.

„Vor dem Hintergrund einer gestörten intestinalen Energiehomöostase als mögliche Ursache für chronisch entzündliche Darmerkrankungen erscheinen uns derzeit ernährungsmedizinische Interventionen mit dem Ziel einer positiven Beeinflussung des Immunmetabolismus im Darm besonders erfolgversprechend“, sagt Prof. Christian Sina. Es sind dazu klinische Studien in Planung, die unter anderem zusammen mit der Medizinischen Klinik I, dem Lübecker Entzündungszentrum (CCIM) und dem in Gründung befindlichen Institut für Ernährungsmedizin durchgeführt werden sollen.

Neben dem Team der Molekularen Gastroenterologie, zu dem auch Dr. Stefanie Derer und Annika Sünderhauf, M.Sc., gehören, sind außerdem Prof. Dr. Saleh Ibrahim und Dr. Misa Hirose (Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie), Prof. Dr. Peter König und Priv.-Doz. Dr. Kathrin Kalies (Institut für Anatomie), Prof. Dr. Guntram Grassl (Institut für Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Hochschule Hannover) und Priv.-Doz. Dr. Dominik Bettenworth (Medizinische Klinik B, Universität Münster) beteiligt.

Prof. Dr. Christian Sina wurde 1976 in Flensburg geboren. Nach dem Medizinstudium an den Universitäten in Rostock, Aarhus (Dänemark) und Providence (USA) folgte die Weiterbildung zum Internisten an der 1. Medizinischen Klinik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel. Die Weiterbildung zum Gastroenterologen und Ernährungsmediziner absolvierte er ab 2010 an der Lübecker Medizinischen Klinik I. 2014 wurde er auf die W2-Professur für Immunität und Metabolismus gastroenterologischer Erkrankungen an der Universität zu Lübeck berufen.

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