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Entzündung: Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

20.04.2010

Ausstellung und Vortragsreihe zu einem Zivilisationsphänomen

  • Exzellenzcluster Entzündungsforschung geht neuen Weg und kooperiert mit derMuthesius Kunsthochschule Kiel

  • Künstler übersetzen das wissenschaftliche Phänomen Entzündung in allgemeinverständliche, visuelle Sprache

  • Die Ausstellung ENTZÜNDET in Berlin vom 20. bis 30. April 2010 präsentiert die Ergebnisse – eine Vortragsreihe von Experten vertieft die Erkenntnisse

Kiel / Berlin, 20. April 2010 Mehrere Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen von Morbus Crohn, Neurodermitis, Parodontitis, Rheuma, Asthma. Den vielfältigen Symptomen liegt das gleiche Krankheitsbild zu Grunde: Die chronische Entzündung aufgrund einer Störung der menschlichen Barrierefunktion. Was passiert im Körper, wenn der Körper brennt, wenn das Immunsystem schwach wird und das gesunde Gewebe nicht mehr schützt, sondern es zerstört? Bisher gelten die Krankheitsbilder als unheilbar. Deswegen hat es sich der Exzellenzcluster Entzündungsforschung zur Aufgabe gemacht, die Funktion der Barriereorgane des Menschen und das Phänomen Entzündung zu entschlüsseln. Im Cluster bündeln rund 200 Wissenschaftlel aus unterschiedlichen Bereichen ihre Kompetenzen und arbeiten interdisziplinär an der Erforschung der grundlegenden Prinzipien und an Therapien.

Um die Öffentlichkeit über eine visuelle Sprache noch besser über die Forschungswege zu informieren, hat sich der Exzellenzcluster ungewöhnliche Partner gesucht: Künstlerinnen und Künstler der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Sie haben sich eingehend mit dem Thema beschäftigt und es in eindrucksvollen Arbeiten visuell umgesetzt, die jetzt zum ersten Mal in der Ausstellung „ENTZÜNDET“ gezeigt werden. Die Ausstellung ist vom 20. bis 30. April in der Landesvertretung Schleswig-Holstein, In den Ministergärten 8, Berlin-Mitte zu sehen. Parallel finden wochentäglich Vorträge von Experten zu einzelnen Schwerpunkten wie Viren, Schuppenflechte, Rheuma, Bakterien statt. Das Programm kann über die Website www.entzündungforschung.de abgerufen werden.

Prof. Dr. Stefan Schreiber, Forscher und Sprecher des Exzellenzclusters Entzündungsforschung, erläutert die Kooperation: „Wir arbeiten bereits interdisziplinär zwischen mehr als zehn Fachgebieten, um möglichst viele Facetten des Phänomens Entzündung zu erfassen und erforschen zu können. Unsere verschiedenen Standorte in Schleswig-Holstein sind bestens miteinander vernetzt, die Bündelung der Kompetenz führt dazu, dass wir in kurzer Zeit erhebliche wissenschaftliche Erfolge erzielen konnten. Aber wir wissen auch, dass unsere Forschungsergebnisse nicht für jeden als Bettlektüre geeignet sind und gehen in der Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel neue Wege, um Wissenschaft einfach und in verständlicher Sprache zu vermitteln. Die Künstlerinnen und Künstler schaffen es, unsere Arbeit in die visuelle Sprache der Kunst umzusetzen und ermöglichen so einen erfahrbaren Zugang zu den komplexen Wissenschaftsnachrichten.“

Prof. Rainer W. Ernst, Präsident der Muthesius Kunsthochschule, ergänzt: „ Auf Einladung des Exzellenclusters haben sich Studierende der Studiengänge Kommunikationsdesign und Freie Kunst der Muthesius Kunsthochschule Kiel im letzten Jahr mit den Themen des Clusters auseinandergesetzt. Dabei standen die gesellschaftlich-kulturelle Bedeutung des Themenfeldes des Clusters und die Formen der Kommunikation darüber, die über die üblichen Wege der Wissenschaftskommunikation hinausgehen, im Mittelpunkt. Im öffentlichen Raum, im Atelier, mit Formaten des ‚advertising’, mit medialen Installationen, mit verschiedenen künstlerischen Mitteln bis zum bewegten Bild, wurden die Betroffenheit, die öffentliche Wahrnehmung, die Tabuisierung, die individuelle körperliche Empfindung, Sinnlichkeit und Reflektion zum Ausdruck gebracht. Der bei allen Beteiligten entzündete Enthusiasmus ist Anlass das Themenfeld des Clusters auf diesem durchaus unüblichen Weg zur Kenntnis zu bringen. Aus Sicht der Kunsthochschule wird auf diesem Weg Lehrenden und Studierenden ein künstlerischer Zugang zu einem der unsere Zeit prägenden Themen ermöglicht.“

Weitere Informationen:
Tim Eckhorst, Künstler aus Kiel, hat ein Comic zu Morbus Crohn gemacht, das ebenfalls im Rahmen der Ausstellung in Berlin gezeigt wird und im Internet zu sehen ist:
www.kriegimkoerper.de

Ausstellungskatalog:
Alle Exponate der Ausstellung sind in einem Katalog der Muthesius Kunsthochschule Kiel dargestellt. Weitere Informationen bei der Pressestelle der Muthesius Kunsthochschule Kiel,
E-Mail: presse@muthesius.de, T: 0431/5198-463

Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung

Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung verfolgt einen einzigartigen interdisziplinären Forschungsansatz, um die Ursachen der chronischen Entzündung zu entschlüsseln und Therapien zur Heilung zu entwickeln. Der Forschungsverbund bündelt die Kompetenzen von rund 200 GenetikerInnen, BiologInnen, ErnährungswissenschaftlerInnen und ÄrztInnen der Universitäten zu Kiel und Lübeck, des Forschungszentrums Borstel und des Max-Planck-Instituts Plön. Mehrere Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an chronischer Entzündung der Lunge (Asthma), der Haut (Schuppenflechte), des Darms (Morbus Crohn) und des Gehirns (Morbus Parkinson). Auslöser ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems: Unaufhörlich aktiviert es entzündliche Botenstoffe und Abwehrzellen und zerstört dadurch gesundes Gewebe. Dieses Phänomen der modernen Zivilisation ist zur Herausforderung für die Medizin des 21. Jahrhunderts geworden. 2007 erklärten deshalb die Bundesregierung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Entschlüsselung des komplexen Entzündungsmechanismus zu einem nationalen wissenschaftlichen Schwerpunkt.

Geschäftsstelle Exzellenzcluster Entzündungsforschung:

Dr. Jens Urny, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel,

T: 0431/880-5536,
E: info@inflammation-at-interfaces.de

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