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Entzündungsforschung trägt preisgekrönte Früchte

03.06.2013

Für seine außerordentlichen Beiträge zum Verständnis der molekularen und immunologischen Grundlagen entzündlicher gastrointestinaler Erkrankungen erhält Professor Sebastian Zeissig, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Klinik für Innere Medizin des Universitäts-Klinikums Schleswig-Holstein (UKSH), den Friedmund Neumann Preis.

Die Schering Stiftung gab heute (Montag, 3. Juni) bekannt, dass der Stiftungsrat Zeissig unter 44 Nominierungen als Preisträger ausgewählt hat. Die Auszeichnung, die mit 10.000 Euro dotiert ist, wird dem Immunologen am 23. September in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überreicht. „Mein wissenschaftliches Interesse gilt seit vielen Jahren den pathophysiologischen Grundlagen entzündlicher gastrointestinaler Erkrankungen“, sagt Zeissig, der auch Mitglied im Exzellenzcluster Entzündungsforschung ist.


Bereits während seiner Promotionsarbeit beschäftigte sich der Wissenschaftler mit den Krankheitsmechanismen bei Morbus Crohn, einer entzündlichen Darmerkrankung, die häufig im Jugendalter beginnt und chronisch verläuft. Er untersuchte die Rolle des intestinalen Epithels, einer Grenzschicht und Barriere zwischen dem körpereigenen Gewebe und der mikrobiellen Darmflora. Im Rahmen dieser Arbeiten konnte er erstmals die Mechanismen der Störung der intestinalen Barrierefunktion und ihren Beitrag zum Krankheitsverlauf bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufzeigen und veranschaulichen, wie diese Barriere durch Blockade eines einzelnen Botenstoffes des Immunsystems, TNF-alpha, wiederhergestellt werden kann.
 

Später widmete Zeissig sich den immunologischen Aspekten intestinaler Erkrankungen. Dabei konnte er zeigen, dass eine seltene, bislang als Stoffwechselstörung bekannte Erkrankung namens Abetalipoproteinämie mit einer ausgeprägten Störung der Immunabwehr verbunden ist und somit als primäre Immundefizienz eingeordnet werden muss. „Diese Beobachtungen sind nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern werden vermutlich auch die künftige Therapie dieser Erkrankung beeinflussen“, sagt Zeissig.

 

Sebastian Zeissig (Portrait)

 Foto: 2013-003-Zeissig

Bildunterschrift: Prof. Sebastian Zeissig

 

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