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Experten aus aller Welt diskutierten Ursachen von Entzündungen

03.03.2015

Rund 340 Fachleute beim Internationalen Symposium des Exzellenzclusters Entzündungsforschung.

Genetische und molekulare Ursachen von chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn, Neurodermitis oder Asthma zu entschlüsseln, ist eine große Herausforderung für die moderne Medizin. Fachleute verschiedenster Disziplinen diskutierten diese Themen vom 26. bis 28. Februar während des Internationalen Symposiums des Exzellenzclusters Entzündungsforschung in Kiel. Die Teilnehmenden aus Deutschland sowie dem europäischen und außereuropäischen Ausland (USA, Kanada) besprachen gemeinsam präventive Strategien, um das Ausbrechen von Entzündungskrankheiten frühzeitig zu erkennen und wenn möglich zu verhindern.

Das fünfte jährliche Symposium des Clusters startete am Donnerstag, 26. Februar, mit fünf parallelen Präsymposien, in denen sich Projekte vorstellten, die durch wissenschaftliche Kooperationen eng mit dem Cluster verbunden sind. Der Austausch von Wissen und internationale Kooperationen sind entscheidend für Wissenschaft und Forschung. Daher fokussierte das Programm im Hauptplenum auf die Darstellung der zukunftsgerichteten Themen des Clusters. „Wir erleben aktuell ein sich wandelndes Verständnis für die Ursachen von Entzündungsprozessen und damit verbundenen Erkrankungen“, so Professor Rudi Balling, Luxembourg Centre for Systems Biomedicine und Sprecher des Wissenschaftlichen Beirates des Clusters. „Nicht länger sind genetische Faktoren alleinig ursächlich, sondern Umwelteinflüsse wie Ernährung oder Infektionen werden zunehmend bedeutsamer für das Verständnis chronischer Entzündungen. Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung ist in seiner zweiten Förderperiode auf einem sehr guten Weg, diese Umwelteinflüsse zu entschlüsseln.“

Im Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) stellten anerkannte internationale Referentinnen und Referenten anschließend in hochkarätigen Vorträgen ihre Forschungsprojekte vor. Ein Themenschwerpunkt waren IT-Infrastrukturen, die zukünftig immer wichtiger für die Auswertung der großen Datenmengen, genannt ‚Big Data‘, sein werden. Professor Björn Bergh, Universitätsklinikum Heidelberg, stellte in seinem Vortrag die Heidelberger Erfahrungen bezüglich der IT-Architekturen: Universitätsmedizin der Zukunft vor. Professor Rudi Balling erläuterte den systemmedizinischen Ansatz am Beispiel der Nervenkrankheit Parkinson. Professor Stefan Schreiber, Sprecher des Exzellenzclusters (Medizinische Fakultät an der CAU, I. Medizinische Klinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), betont die Bedeutung eines gut strukturierten IT-Systems: „Die individualisierte Medizin, die wir im Cluster als Zukunftsvision haben, muss auf einer sehr gut geplanten IT-Infrastruktur aufbauen. Nur so können wir zukünftig medizinische Daten sinnvoll miteinander verknüpfen und daraus einen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten schaffen.“

Unter den rund 340 Teilnehmenden waren auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler prominent vertreten. Vor allem beim wissenschaftlichen Nachwuchs, der seine wissenschaftlichen Arbeiten in Poster-Präsentationen vorstellte, fanden die Themen des Symposiums großen Anklang. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein besonderer Schwerpunkt des Clusters, der verschiedene Programme initiiert hat, um Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern beim Karrierestart zu helfen.  

Bildmaterial steht zum Download bereit:

Junge Nachwuchswissenschaftlerinnen diskutierten ihre Forschungsergebnisse anhand von Postern.
Foto: Tebke Böschen, Uni Kiel

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Stefan Schreiber, Sprecher des Exzellenzclusters, eröffnete das Internationale Symposium.
Foto: Christian Urban, Uni Kiel

Kontakt:
Dr. Tebke Böschen
Telefon: (0431) 880-4682, E-Mail:
Internet: www.inflammation-at-interfaces.de


Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; derzeit befindet er sich in der zweiten Förderphase. Die rund 300 Clustermitglieder an den insgesamt vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) forschen in einem innovativen, systemischen Ansatz an dem Phänomen Entzündung, das alle Barriereorgane wie Darm, Lunge und Haut befallen kann.

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
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