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Kieler Wissenschaftler erhält Thannhauser-Preis 2017

20.09.2017

Professor Andre Franke, Vorstandsmitglied im Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“ und Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, hat den Thannhauser-Preis 2017 erhalten. Der von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten vergebene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Franke wurde mit dem Preis für seine Forschung zum Einfluss des menschlichen Genoms auf die bakterielle Zusammensetzung im Darm ausgezeichnet.

Um das komplexe Zusammenspiel und den Einfluss der menschlichen Darmflora auf die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen, untersuchte Franke zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Kiel, Plön und Oslo, Norwegen, in der bislang größten Studie dieser Art die Zusammensetzung der Darmbakterien von über 1.800 Norddeutschen. Sie identifizierten eine Reihe von Faktoren wie Ernährung, Lebensgewohnheiten und genetische Variationen, die die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms beeinflussen. Mit dem Einfluss von genetischen Unterschieden hat sich das Kieler Forschungsteam dann näher beschäftigt. „Dass unser Genom einen solch großen Einfluss auf die Darmbakterien hat, war eine große Überraschung für uns“, sagt Professor Franke, Studienleiter und Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) in Kiel. Für diese Arbeit, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht wurde, erhielt Franke jetzt die Auszeichnung.

Der Thannhauser-Preis wird alle zwei Jahre für eine hervorragende und wegweisende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Bewerben können sich deutschsprachige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Der Falk Foundation e.V., Freiburg, stiftet diesen Preis zur Erinnerung an den bedeutenden deutsch-amerikanischen Internisten Siegfried Thannhauser. Thannhauser (1885-1962) spezialisierte sich frühzeitig auf Stoffwechselkrankheiten. Er lieferte grundlegende Kenntnisse zum Purin- und Cholesterinmetabolismus, sowie zur Entstehung der Gicht. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Thannhauser im April 1934 als Ordinarius für Innere Medizin der Universität Freiburg entlassen. Er emigrierte 1935 in die USA und konnte an der Tufts University Boston seine biochemischen Arbeiten fortsetzen.


Kontakt:
Prof. Dr. Andre Franke
Institut für Klinische Molekularbiologie an der Universität Kiel
Tel.: (0431) 500-15110
E-Mail: a.franke@mucosa.de



Pressekontakt:
Dr. Tebke Böschen
Telefon: (0431) 880-4682, E-Mail: tboeschen@uv.uni-kiel.de
Internet: www.inflammation-at-interfaces.de


Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; derzeit befindet er sich in der zweiten Förderphase. Die rund 300 Clustermitglieder an den insgesamt vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) forschen in einem innovativen, systemischen Ansatz an dem Phänomen Entzündung, das alle Barriereorgane wie Darm, Lunge und Haut befallen kann.

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
E-Mail: spetermann@uv.uni-kiel.de
Twitter: I@I @medinflame

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Presse und Kommunikation

Geschäftsstelle des Exzellenzclusters
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel

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Telefax: 0431 880 4894
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Internet: www.inflammation-at-interfaces.de