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Neue Erkenntnisse zur Therapie von Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs

01.10.2010

Krebszellen von Darm- und Bauchspeicheldrüsentumoren sind durch ein starkes Vorkommen bestimmter Oberflächenmoleküle – sogenannter Adhäsionsmoleküle – charakterisiert.

Die verstärkte Präsenz dieser Adhäsionsmoleküle auf Gewebszellen der Darmschleimhaut und der sekretführenden Gangzellen der Bauchspeicheldrüse ist bereits während chronischer Entzündungen dieser Organe für die Einwanderung und Anreicherung von aktivierten Bindegewebszellen und Immunzellen mitverantwortlich. Die Arbeiten der Arbeitsgruppe Inflammatorische Karzinogenese konnten nun eines dieser Moleküle – das Protein L1CAM – als einen wesentlichen Vermittler dieser Prozesse identifizieren. Interessanterweise verleiht L1CAM auch den Gewebszellen Eigenschaften, die mit der Tumorentstehung direkt in Verbindung stehen, v.a. eine erhöhte Zellmotilität und einen verstärkten Schutz vor dem programmierten Zelltod. Diese Beobachtungen weisen daraufhin, dass ausgehend von chronisch entzündlichen Prozessen, L1CAM an der Entstehung von Tumoren im Darm und der Bauchspeicheldrüse beteiligt ist. Erste präklinische Studien belegen in der Tat, dass eine Blockade von L1CAM in Kombination mit einer Chemotherapie zu einem vermehrten Absterben der Tumorzellen und damit zu einer verstärkten Antitumorantwort führt. Die Arbeitsgruppe unternimmt derzeit weitere Studien, um die Wirkung von L1CAM besser zu verstehen und seine therapeutische Nutzbarkeit zu überprüfen. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, ist der umgehende Transfer in klinische Studien geplant.

Susanne Sebens

Prof. Dr. Susanne Sebens, AG Inflammatorische Karzinogenese

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