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Studierende aus Ohio und Utah zu Gast in Kiel

26.09.2014

Von Ende Mai bis Mitte August waren zwei Undergraduate Studierende aus den USA zu Gast in Kiel. Im Rahmen des DAAD-finanzierten RISE-Programmes blieben sie insgesamt zwölf Wochen in Kiel und unterstützten zwei Cluster-Promovierende bei ihren Arbeiten. Ihren Aufenthalt in Kiel im Rahmen des RISE-Programmes finanzierte der Exzellenzcluster.

Die Bioinformatikerin Daniela Esser promoviert am Institut für Klinische Molekularbiologie (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, UKSH) bei Professor Philip Rosenstiel. Sie forscht zu Tumoren, die durch entzündliche Erkrankungen (Inflammatory Bowel Disease) im Darm entstehen. Seit Ende Mai unterstützte Hayley Buchman von der University of Utah, USA, Daniela Esser bei ihrer Doktorarbeit. Buchman studiert an der University of Utah Biologie und Informatik und wird im Sommer 2015 ihren Bachelor machen.

Genetische Ursachen für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Etwa 320.000 Menschen leiden in Deutschland an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, bei etwa 15 bis 25 Prozent der Betroffenen kommt es aufgrund der chronischen Entzündung zu einer Tumorbildung im Darm. Daniela Esser erforscht in ihrer Promotion, welche genetischen Faktoren für Colitis-assoziierte kolorektale Karzinome verantwortlich sind. Ein möglicher Faktor, der zur Entstehung entzündungsassoziierter Tumore beitragen kann, sind die sogenannten Fusionstranskripte. Die Auswertung dieser Varianten erfolgt computergestützt, weil die Analysen riesige Datenmengen erzeugen. Buchmans Aufgabe war es, dafür verschiedene Programme zu testen und anschließend zu bewerten. Weiterhin entwickelte sie eine Pipeline, um die Fusionstranskripte sinnvoll zu filtern und zu klassifizieren.

Hayley Buchman war vor ein paar Jahren schon einmal in Deutschland und wollte mit dem RISE Programm gerne noch einmal zurückkehren. „Außerdem wollte ich während des Sommers gerne einen Kurs machen und Auslandserfahrungen sammeln“, fasst sie ihre Motivation für die Programmteilnahme zusammen. Daniela Esser bewarb sich bei RISE um für ein paar Wochen Unterstützung bei ihrer Arbeit zu bekommen. Aber noch ein anderer Faktor war sehr wichtig für sie: „Durch das RISE Programm kann ich erste Erfahrungen in der Mitarbeiterführung sammeln.“

Research Internships in Science and Engineering“ (RISE) ist ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und u.a. von der Deutschen Forschungs-gemeinschaft (DFG) gefördertes Programm. RISE bietet nordamerikanischen und britischen Undergraduate Studierenden die Möglichkeit eines Forschungsaufenthaltes an deutschen Hochschulen. Die ausländischen Studenten sollen in Deutschland sowohl fachliche wie auch kulturelle Kompetenzen erlernen. Die ausländischen Studierenden werden von deutschen Promovierenden aus naturwissenschaftlichen und technischen Fachbereichen betreut. Die Tandems arbeiten für eine Dauer von sechs bis zwölf Wochen gemeinsam in Deutschland am Promotionsprojekt der Promovierenden. Die deutschen Doktoranden bekommen Unterstützung bei ihrer Arbeit, verbessern ihre Sprachkenntnisse und machen erste Erfahrungen auf dem Gebiet der Mitarbeiter-führung. RISE feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum und ermöglicht aktuell 306 Tandems die Teilnahme am Programm.

 Weitere Informationen zum Programm: www.daad.de/rise

 

Epigenetische Ursachen von Krebs

Der Biotechnologe Jaydeep Bhat promoviert bei Professor Dieter Kabelitz am Institut für Immunologie (UKSH). In seinem Cluster-finanzierten Projekt untersucht Bhat die Plastizität und Epigenetik von menschlichen γδ T-Zellen, vor allem im Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen. Samuel Dubin von der Ohio State University, USA, studiert Biologie mit Hauptfach Neurologie und wird im nächsten Sommer seinen Bachelor machen. Dubin arbeitete bereits in einer Neuro-Onkologie Labor an der Ohio State University, und hat somit Erfahrung in relevanten Bereichen. Das machte ihn zu einem perfekten Kandidaten, um Bhat bei seiner Doktorarbeit zu unterstützen.

Das menschliche Immunsystem kämpft fortlaufend gegen verschiedene Krankheiten, zum Beispiel Entzündungen und Krebs. Krebszellen haben die Möglichkeit, unseren Immunzellen zu entkommen, was Krebs zu einem besonders schwierigen Gegner macht. Tumorzellen können sogenannte NKG2D-Liganden exprimieren und sezernieren, das sogenannte ‚shedding‘, welches die Arbeitsgruppe von Prof. Kabelitz untersuchte. Dieses ‚shedding‘ sorgt dafür, dass menschliche γδ T-Zellen die Krebszellen nicht mehr bekämpfen können. Es gibt Zusammenhänge zwischen Krebs, menschlichen γδ T-Zellen und der Epigenetik. Durch diese Konstellation entstand im Rahmen von Bhats Doktorarbeit ein kleines Teilprojekt, welches Dubin bearbeitete. Seine Aufgabe war es, verschiedene Krebszellen zu kultivieren. Außerdem färbte er Zellen mit Antikörpern, um sie anschließend in der Mehrfarben-Durchflusszytometrie zu analysieren. Diese Analyse diente zur detaillierten Charakterisierung der Krebszellen, da das Vorhandensein von Rezeptoren und Liganden mit dem Durchflusszytometer problemlos detektiert werden kann.

Samuel Dubin wollte eine neue Perspektive in der interdisziplinären Forschung im Bereich von Immunologie, Onkologie und Epigenetik in einem internationalen Labor bekommen. Mit dieser Idee im Hinterkopf entdeckte er das Projekt von Jaydeep Bhat in der RISE Datenbank. Dubin fasst den Mehrwert für sich aus dem Projekt zusammen: "Ich werde auf jeden Fall von dem, was ich hier in Kiel gelernt habe, sowohl für mein Grundstudium wie auch für meine zukünftige Forschung profitieren." Bhat ist dankbar für Dubins Hilfe, die es ihm erlaubte ein unerwartetes Teilprojekt seiner Doktorarbeit zu untersuchen: "Die Erkenntnisse, wie Tumorzellen der Immunabwehr entkommen und wie die epigenetische Modulation funktioniert, ist sehr spannend und vielversprechend für meine Doktorarbeit.“ Die Erkenntnisse könnten außerdem dazu beitragen, die Behandlung von Krebspatienten zu verbessern.

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