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Trainieren für die Wissenschaft

05.10.2018

Für eine Sport- und Mikrobiom-Studie an der Uni Kiel sucht ein Team des Exzellenzclusters Entzündungsforschung sportlich inaktive Freiwillige

Wer einen Anstoß braucht, um nach langer Inaktivität wieder sportlich aktiv zu werden - hier ist er. Das Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) plant gemeinsam mit dem Institut für Sportwissenschaft eine Studie und sucht hierfür gesunde Freiwillige zwischen 20 und 45 Jahren. Wichtige Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass bisher kein regelmäßiges Training absolviert wurde. Dafür lockt für sechs Wochen ein kostenfreier Zugang zum FIZ Kiel, dem Fitnessstudio der Universität Kiel, und ein Fitness-Tracker. Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen dreimal die Woche eine halbe Stunde trainieren und bereit sein, mehrfach Stuhlproben zu sammeln, Blut abzugeben und Fragebögen auszufüllen.

Zweck der Studie ist, den Einfluss sportlicher Aktivität auf die Zusammensetzung der Darmbakterien, das sogenannte Mikrobiom, im Detail zu analysieren. Denn die Bakterien im Darm sind wichtig für Stoffwechsel, Immunsystem und Gesundheit. Verschiedene Erkrankungen gehen mit Veränderungen im Mikrobiom einher. Unklar ist jedoch, wie sich die Bakteriengemeinschaft im Darm langfristig beeinflussen lässt. Sport könnte ein solcher Einflussfaktor sein, wie verschiedene Studien nahelegen. „Wir möchten gezielt den Einfluss von Krafttraining auf das Mikrobiom untersuchen und bei gleicher Trainingshäufigkeit mit dem Effekt von Ausdauertraining vergleichen“, erklärt Dr. Corinna Bang aus der Arbeitsgruppe von Cluster-Vorstandsmitglied Professor Andre Franke am IKMB. „Dafür suchen wir 45 bis 80 sportlich inaktive Freiwillige, die keine chronischen Erkrankungen haben.“ Geplant ist, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Gruppen (Ausdauertraining, Krafttraining, Kontrollgruppe/kein Training) einzuteilen. Mitmachen können nur Personen, die bisher sportlich inaktiv waren, und deren Eltern deutscher Herkunft sind. Diese Einschränkung hängt mit dem genetischen Einfluss auf das Mikrobiom zusammen. Nicht teilnehmen können Schwangere und Personen, die in den vorhergehenden sechs Wochen Antibiotika eingenommen haben.

Insgesamt ist die Studie auf zehn Wochen ausgelegt. Während dieser Zeit werden die Teilnehmenden gebeten, einen Fitness-Tracker zu tragen, der neben der sportlichen Aktivität auch die Herzfrequenz und das Schlafverhalten aufzeichnet. Vor und nach der Intervention wird gemeinsam mit der Eingangs- und Abschlussuntersuchung am Institut für Sportwissenschaft Blut abgenommen. Für die detaillierte Analyse des Mikrobioms sind zu verschiedenen Zeitpunkten Stuhlproben abzugeben. Angaben über Essgewohnheiten, Lebensumstände, bisherige sportliche Betätigung und dergleichen werden über einen online-Fragebogen erhoben, der auf einem Leih-Smartphone auszufüllen ist. Die Teilnahme lohnt sich für alle, die Lust und Zeit haben, dreimal in der Woche zum Teil unter Anleitung zu trainieren. Bang: „Neben der sportlichen Aktivität und der Kenntnis über die erhobenen Daten bieten wir allen Teilnehmenden als zusätzlichen Anreiz an, die zur Verfügung gestellten Fitness-Tracker nach Abschluss der Studie zu behalten.“

 

Anmeldung zur Studie:

 

Flyer zum Download:
Flyer Sport- und Mikrobiomstudie

 

Pressekontakt:
Kerstin Nees
Telefon: (040) 8320998, E-Mail: presse.cluster@uv.uni-kiel.de


Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; derzeit befindet er sich in der zweiten Förderphase. Die rund 300 Clustermitglieder an den insgesamt vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Muthesius Kunsthochschule), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) forschen in einem innovativen, systemischen Ansatz an dem Phänomen Entzündung, das alle Barriereorgane wie Darm, Lunge und Haut befallen kann.

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Kontakt: Sonja Petermann
Telefon: (0431) 880-4850, Telefax: (0431) 880-4894
Twitter: I@I@medinflame

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