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Zwei viel beachtete Vorträge beim Bootshafensommer

05.08.2011

Prof. Stefan Ehlers und Prof. Uta Jappe, beide Forschungszentrum Borstel, haben stellvertretend für den Exzellenzcluster Entzündungsforschung während des Bootshafensommers am Wissenschaftstag in Kiel, 5. August, zwei Vorträge gehalten, die bei den BesucherInnen zu starkem Interesse und reger Diskussion führten.

Mit seinen Ausführungen zu „Die neue Tuberkulose – Wiederkehr der weißen Pest“ wies Prof. Ehlers darauf hin, dass die „weiße Pest“ keineswegs besiegt ist, sondern sich nach wie vor weltweit etwa 10 Millionen Menschen jährlich mit dem TB-Erreger infizieren. Neu ist vor allem die zunehmende Verbreitung von Erregern, die gegen die wichtigsten Antibiotika resistent sind.  Prof. Ehlers nahm diesen gefährlichen weltweiten Trend zu einer immer schwieriger zu behandelnden Tuberkulose zum Anlass, um anhand von aktuellen Forschungsergebnissen anschaulich und allgemein verständlich über die Verbreitung, den Krankheitsverlauf, die Infektabwehr, sowie die Behandlung und Vorbeugung der Tuberkulose im Jahr 2011 zu informieren. Während es Lichtblicke vor allem in der Diagnostik der multiresistenten TB-Bakterien gibt (hier konnte ein Testsystem entwickelt werden, dass innerhalb von 2 Stunden multiresistente TB-Erreger im Sputum erkennt), bleibt vor allem in der Entwicklung neuer Antibiotika für die TB-Therapie noch viel zu tun. Die Gruppe um Prof. Ehlers hat hierzu ein Modellsystem in der Maus entwickelt, das den Krankheitsverlauf der TB im Menschen sehr gut widerspiegelt und daher zur Testung von Pilot-Substanzen geeignet ist.

Auf einen weiteren Trend in der Entwicklung von Krankheiten machte Prof. Uta Jappe aufmerksam: Allergische Erkrankungen nehmen ständig zu, wobei den Nahrungsmittelallergien eine Sonderstellung zukommt, da sie sehr schwer und manchmal sogar tödlich verlaufen können. Die Forschung arbeitet derzeit intensiv an der Identifikation allergieauslösender Strukturen. Dabei stellen die Komplexität der Mahlzeiten und additive Faktoren wie z.B. bestimmte Medikamente und persönliche Lebensstile, sowie Kreuzreaktionen mit anderen Allergenen große Herausforderungen dar. Sowohl in der klinischen als auch in der wissenschaftlichen Allergologie ist somit derzeit sehr viel Bewegung, zum einen konnte die Identifikation von allergenen Strukturen auf molekularer Ebene die Allergiediagnostik bereits erheblich verbessern, zum anderen gibt es sehr wichtige Fortschritte hinsichtlich der Entwicklung von Therapiestrategien bei Nahrungsmittelallergien.

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