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Vorwort

von Stefan Schreiber

 Unser Ziel ist, Barrieren zu überwinden und Entzündungen nicht mehr organfixiert, sondern ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln. Denn Krankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis), chronische Darmentzündung (Morbus Crohn) oder koronare Herzkrankheit sind nicht so unterschiedlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Die zu Grunde liegenden Mechanismen sind bei allen ähnlich. Nicht selten haben Patienten an mehreren Stellen im Körper Entzündungen. So leiden Patienten mit Schuppenflechte überdurchschnittlich oft auch an einer chronischen Gelenkentzündung; Rheumapatienten entwickeln doppelt so oft wie die Durchschnittsbevölkerung Arteriosklerose, die durch entzündliche Prozesse beschleunigt wird.

Es ist also nur konsequent, die Betroffenen fachübergreifend zu behandeln, so wie wir es uns im Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin vorgenommen haben. Erfahrene Ärzte verschiedener Fachrichtungen betreuen die Patienten und tauschen sich regelmäßig aus. Dafür haben wir feste Strukturen geschaffen. Die Realisierung ist nicht immer ganz einfach. Es müssen viele Leute zusammengebracht werden, jeder ein Spezialist in seinem Gebiet. Dieser Austausch bringt mit sich, dass die Experten Teile ihrer Autonomie aufgeben müssen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Die niedergelassenen Kollegen haben wir mit diesem interdisziplinären Ansatz überzeugt, wie die Menge an Zuweisungen zeigt. Sie vertrauen darauf, dass die hier gebündelte Fachkompetenz den Patienten zu Gute kommt.

Die Ärzte stehen aber nicht nur untereinander in einem ständigen fachlichen Austausch, sie halten auch regelmäßigen Kontakt zu den Wissenschaftlern des Exzellenzclusters. Dabei geht es unter anderem auch darum, Kennzeichen im Blut oder im Genom zu finden, die auf einen besonders schweren Verlauf der jeweiligen Erkrankung oder das Auftreten weiterer Entzündungen hinweisen. Neue Wirkstoffe aus der Forschung können dem Patienten im Rahmen von klinischen Studien zur Verfügung gestellt werden.

Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Praxis gelangen – zum Vorteil für den Patienten. Und darauf sind wir stolz. Während es sonst ungefähr eine Ärzte-Generation dauert, bis sich der wissenschaftliche Fortschritt in der Praxis durchsetzt, haben wir schon jetzt, im zweiten Geschäftsjahr des Exzellenzcluster, eine Wissensanwendung.

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