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Auf gutem Kurs

in wissenschaftlichem Neuland

Die strukturellen Ziele, die sich der Exzellenzcluster Entzündungsforschung bis 2012 gestellt hat, sind bereits in 2010 größtenteils erreicht. Die Aufbauphase ist in die Arbeitsphase übergegangen. Viele neue Projekte wurden angestoßen oder mit neuen Kräften vorangetrieben. Jetzt wird die zukünftige wissenschaftliche Ausrichtung diskutiert.

Die Zwischenbilanz nach drei Jahren kann sich sehen lassen. 21 neue Professorinnen und Professoren ergänzen und stärken die Forschungsbereiche mit entzündungsrelevanten Fragestellungen an den Clusterstandorten Kiel, Lübeck, Borstel und Plön. Juniorgruppen zur postgraduierten Ausbildung formierten sich. Sie ergründen neue, bisher kaum erforschte Aspekte des Entzündungsgeschehens, zum Beispiel die Nutzung der Evolutionsbiologie für die Entzündungsmedizin oder der Einfluss von Sauerstoffmangel im Gewebe auf Immunreaktionen.

Um die Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung enger zu verbinden, wurde in Kiel und Lübeck ein Exzellenzzentrum für Entzündungsmedizin (CCIM) eingerichtet. Hier werden Menschen mit chronischen Entzündungen fachübergreifend und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft behandelt. Gleichzeitig liefern die hier versorgten Kranken Daten für die angegliederte Forschung. Dabei geht es zum Beispiel darum, im Blut oder Genom von Patienten Kennzeichen für einen schweren Verlauf oder das Auftreten weiterer Entzündungen zu finden. Für den fachlichen Austausch sorgen jährliche Clustersymposien. Regelmäßige Retreats und Treffen sind Foren für den Erfahrungsaustausch innerhalb des Clusters. Anschluss zur internationalen Fachelite bilden die Cluster-Lectures im Herrenhaus des Forschungszentrums Borstel. Die Vortragsreihe gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen der Entzündungsforschung.

Das Scientific Supervisory Board äußerte sich beim letzten Clustersymposium sehr zufrieden mit den bisherigen Entwicklungen und den gewählten Zukunftsthemen. Insgesamt sechs Fachleute aus Industrie und Forschung gehören dem Beirat an und beraten den Cluster wissenschaftlich und strategisch. Als eine Besonderheit und wichtiges Alleinstellungsmerkmal betonten sie die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Klinik. Konsequent wurden Strukturen aufgebaut, die Fächer und Standort übergreifende Kooperationen vereinfachen.

Reichlich investiert wurde in die technische Infrastruktur. An allen Standorten des Exzellenzclusters stehen den Arbeitsgruppen beeindruckende Geräteparks zur Verfügung. Im Zentrum für Molekulare Biowissenschaften, der zentralen Forschungs- und Serviceplattform an der Kieler Universität, befinden sich unter einem Dach Analysegeräte nach dem neuesten Stand der Technik, darunter auch DNA-Sequenzierer der neuen Generation. Im Forschungszentrum Borstel wurde das Hochsicherheitslabor ausgebaut, in dem auch die Forschung mit sehr ansteckenden Viren oder Bakterien möglich ist. Außerdem wurde auch ein Labor für die tierexperimentelle Forschung an Modellsystemen für Entzündungskrankheiten eingerichtet.

Zukünftige Ausrichtung

In der Rückschau kommen auch die inhaltlichen Forschungsziele auf den Prüfstand. Dazu erklärt Cluster-Sprecher Professor Stefan Schreiber: „Die molekulare Erkundung von Entzündungen an Barrieren ist der richtige Weg für den Cluster. Hier sind enorm gute Publikationen erschienen, mit denen der Cluster einen international sichtbaren Wissensgewinn erzielt hat.“ Die Ergebnisse werfen gleichzeitig neue Fragen auf, aus denen sich neue Themenfelder ergeben. Den Satz bitte ändern in: Die zukünftige Ausrichtung des Clusters ist in wissenschaftlichen Workshops erarbeitet und diskutiert worden. Zahlreiche Agenden kristallisieren sich um die neu berufenen Professorinnen und Professoren. „Hier spüren wir eine deutliche Aufbruchstimmung, die uns in wissenschaftliches Neuland trägt“, freut sich Schreiber.

Meilensteine der Entzündungsforschung

Meilensteine1
Meilensteine2

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