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Außenwirksam

Ansehen, zuhören und mitmachen

Um auf Phänomene aufmerksam zu machen, die mit Entzündungen einhergehen, hat der Exzellenzcluster Entzündungsforschung auch 2011 wieder mit verschiedenen künstlerischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen die Öffentlichkeit gesucht.

Ausgezeichnete Cluster-Wissenschaftlerin

Die Dermatologin Professorin Regina Fölster-Holst vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat im Juni 2011 mit ihrer Arbeitsgruppe beim Wettbewerb „Wissenschaft interaktiv“ den 1. Preis gewonnen. Ausgezeichnet wurde ihr Beitrag „Die Haut, mein heiliges Häuschen“ zum Thema „Gesundheit zum Anfassen“. Er besteht aus acht begehbaren Miniatur-Häusern, die die Funktionsweise und den Aufbau der Haut multisensorisch und interaktiv erlebbar machen. „Die Haut schützt uns, ist eine Verbindung zwischen Innen und Außen. Sie umgibt unseren Körper wie ein sicheres Haus“, erklärt die Kieler Dermatologin Fölster-Holst. Die Wände und Dächer der Hautmodell-Häuser unterscheiden sich in Material und Aufbau.

Interessierte, insbesondere Kinder, können alles anfassen und spielerisch begreifen. Schaubilder liefern Erklärungen zu Funktionen und Dysfunktionen der Haut. „Durch das Projekt gelingt es uns, für die Erkenntnisse, die wir in der Forschung gewinnen, einen Ausdruck und eine Sprache zu finden, die von jedem verstanden werden kann“, erläutert Professorin Fölster-Holst die Hintergründe zu dem Projekt.

Für den Wettbewerb „Wissenschaft interaktiv“ entwickeln Wissenschaftler- Teams zusammen mit PR-Experten ihrer Einrichtungen Ideen für interaktive Exponate, mit denen wissenschaftliche Phänomene der Öffentlichkeit anschaulich erklärt werden. Den Siegerbeitrag bestimmen Besucherinnen und Besucher einer Ausstellung, bei der drei ausgewählte Projekte präsentiert werden. Mit dem Preis sind 10.000 Euro Preisgeld verbunden, die zurück in das Projekt „Die Haut, mein heiliges Häuschen“ fließen.

Regina Fölster-Holst

Mit dem Hautmodell gewinnt Professorin Regina Fölster-Holst den Wettbewerb „Wissenschaft interaktiv“.

 

Viel beachtete Foto-Ausstellung

Die Arbeitsgruppe Gesundes Altern hat in Zusammenarbeit mit dem Berliner Fotografen Andreas Labes im Juni 2011 im Kieler Rathaus in einer Ausstellung „Das Geheimnis der 100-Jährigen“ präsentiert. Labes hat für das Projekt einhundert hoch betagte Menschen portraitiert, die an einer Studie der Altersforscherin Professorin Almut Nebel teilgenommen haben. Die Ausstellung zeigt zwölf der Schwarz-Weiß-Portraits sowie Informationen zu den Personen aus der Forschungsarbeit. Begleitend zum Projekt haben Professor Stefan Schreiber und Labes ein Buch „100 Jahre Leben“ veröffentlicht.

Zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe sucht Nebel nach genetischen Faktoren, die die Langlebigkeit begünstigen. Ihre Forschung konzentriert sich auf Hochbejahrte jenseits der 90 Jahre. In anonymisierten Blutproben untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Arbeitsgruppe das Erbgut von über 90-jährigen Männern und Frauen. Die Daten werden in einer großen Datenbank, der Biobank popgen, gesammelt. Mittlerweile stehen rund 3.000 Proben zur Verfügung, anhand derer die Forscherinnen und Forscher untersuchen, welche Genvarianten bei Hundertjährigen häufiger oder seltener vorkommen als bei jüngeren Personen. Ein Gen konnten die Altersforscherinnen und Altersforscher bereits identifizieren, das einen Beitrag zur Langlebigkeit liefern kann.

Clustervorträge am Wissenschaftstag

Am Wissenschaftstag des Kieler Bootshafensommers, am 5. August 2011, war der Exzellenzcluster mit zwei Beiträgen vertreten. Die Vorträge von Professor Stefan Ehlers und Professorin Uta Jappe, beide aus dem Forschungszentrum Borstel, stießen bei den Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse und haben einmal mehr gezeigt, dass das Thema „Entzündungen“ alle betrifft.

Die Tuberkulose ist keineswegs besiegt. Darauf verwies Professor Stefan Ehlers in seinem Vortrag „Die neue Tuberkulose – Wiederkehr der weißen Pest“. Nach wie vor infizieren sich jährlich weltweit etwa 10 Millionen Menschen mit dem Erreger der Tuberkulose (TB). Besonders gefährlich ist die zunehmende Verbreitung von Erregern, die gegen die gängigen Antibiotika Resistenzen entwickeln.

Professorin Uta Jappe machte in ihrem Vortrag auf die weiterhin zunehmende Häufigkeit von allergischen Erkrankungen aufmerksam. Alarmierend sei auch die Zunahme von Nahrungsmittelallergien. Die Forschung auf diesem Gebiet konzentriere sich darauf, allergieauslösende Strukturen der Nahrung zu identifzieren und neue Strategien zu finden, um Nahrungsmittelallergien zu behandeln.

Parodontitis im Schullabor

Das Schullabor FuSch (Forschung und Schule) am Forschungszentrum Borstel hat sein Angebot um ein Thema über Entzündungen erweitert. Zusammen mit dem Exzellenzcluster wurde unter Leitung von Professor Heinz Fehrenbach ein Kurs zum Thema „Parodontitis“ angeboten. Das Thema Entzündung wird in Lehrplänen und im Unterricht wenig beachtet, wie die bisherige Arbeit mit Schulen gezeigt hat.

Am Thema Parodontitis lässt sich eine entzündliche Grenzflächenerkrankung aus dem Lebensalltag der Schülerinnen und Schüler sehr gut beispielhaft darstellen. In praktischen Versuchen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel selbst Bakterien aus der Mundschleimhaut angezüchtet und die antibakterielle Wirkung von Zahnpasta getestet. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe haben mit molekularbiologischen Methoden Bakterien aus der Mundschleimhaut, insbesondere das Karies bildende Bakterium Streptococcus mutans, nachgewiesen. Die Zusammenarbeit des Exzellenzclusters mit dem Schullabor FuSch wird auch in 2012 fortgesetzt.

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