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Vorwort

von Stefan Schreiber

Die Mitglieder des Exzellenzclusters haben im Jahr 2011 ihren Blick weit nach vorn in die Zukunft gerichtet. Mit dem Antrag für die zweite Förderperiode der Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) stellten wir die Weichen für die zukünftige Forschungsrichtung.

Nachdem sich der Exzellenzcluster in den letzten vier Jahren gut etabliert hat und die Forschungsprojekte aller Arbeitsgruppen auch standortübergreifend sehr erfolgreich und mittlerweile über die Grenzen hinaus sichtbar sind, wurde gemeinsam noch einmal kritisch auf das bisher Erreichte zurückgeblickt und über die zukünftige Ausrichtung des Clusters für die Phase II der Exzellenzinitiative beratschlagt.

Stefan Schreiber

In seiner ersten Förderphase hat der Cluster wichtige neue Erkenntnisse über die molekularen
Grundlagen chronisch entzündlicher Krankheiten gewinnen können. So konnten wir vollständige Stoffwechselwege und Signalpfade identifizieren, die den Weg von der genetischen Veranlagung hin zum makromorphologischen Krankheitsbild aufzeigen. Bei der Forschung wurde ein lineares Paradigma verfolgt. Die Annahme: einzelne Krankheitsgene verursachen die strukturelle, molekulare und klinische Ausprägung von Erkrankungen. Tatsächlich sahen wir uns aber bei jeder der untersuchten Entzündungskrankheiten einer unvorhergesehen großen Anzahl an Genen gegenüber, die Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten der Erkrankungen haben. Die Forschung der letzten Jahre auf unserem Arbeitsgebiet hat deutlichgemacht, dass die möglichen Auslöser entzündlicher Erkrankungen von großer Komplexität und Breite sind.

Diese Erkenntnis veranlasste uns, für die zweite Förderphase die wissenschaftliche Struktur des Clusters neu zu ordnen und einen Paradigmenwechsel durchzuführen, um die komplexen kausalen Zusammenhänge bei der Entstehung von Entzündungskrankheiten zu ergründen. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen künftig in neu definierten Research Areas eng mit Cluster Laboratorien zusammenarbeiten und gemeinsam Schlüsselelemente der Entzündungsentstehung auf genetischer, genomischer und funktioneller Ebene untersuchen. Unser Ziel ist es, individuelle molekulare Signaturen aufzudecken und diese in entsprechend genetisch modifizierten Modellen zu evaluieren, um daraus in der Zukunft individualisierte und effiziente, entzündungshemmendeTherapien zu entwickeln. Letztlich will der Cluster Konzepte entwickeln, mit denen Entzündungserkrankungen der Barriereorgane in frühen, klinisch noch weitgehend unauffälligen Stadien erkannt und ursächlich behandelt werden können.

Das langfristige Ziel ist die Prävention von Entzündungskrankheiten. Um dies zu ermöglichen, wollen wir Risikofaktoren identifizieren, die bei genetisch Vorbelasteten einen Ausbruch der Erkrankungen begünstigen. Patientinnen und Patienten erhalten bereits jetzt im Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, an den beiden Standorten Kiel und Lübeck, eine bestmögliche Versorgung.

                                                                                                              Unterschrift

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