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Wissenschaftliche Karriere

Plattform für Austausch und Fortbildung

Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind ein elementarer Bestandteil der Forschung im Cluster. Um das Profil ihrer Ausbildung zukünftig weiter zu schärfen, wurde ein umfangreiches Förderprogramm entwickelt, das 2015 eingeführt wird. Bereits jetzt nutzen viele Young Scientists die verschiedenen Möglichkeiten zu Fortbildung, Vernetzung und gegenseitigem Austausch wie beim Retreat oder bei der Summer School.

Insgesamt 134 Personen zählen zur Gruppe der Cluster Young Scientists. Das sind Frauen und Männer, die im Cluster-Umfeld promovieren oder nach der Promotion als Postdoc bzw. wissenschaftliche Mitarbeiterin und wissenschaftlicher Mitarbeiter dem Cluster assoziiert sind (siehe Grafik 2, Seite 43). Obschon sie teilweise nach außen meist noch nicht so prominent sichtbar sind, ist ihr Beitrag für die Forschungsleistung von Arbeitsgruppen aber von großem Wert. In 2014 erhielt ein Cluster-Stipendiat einen Preis.

Dr. Lars Lunding vom Forschungszentrum Borstel (FZB) wurde auf dem 55. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) in Bremen gleich zweimal ausgezeichnet: Zum einen für die beste experimentelle Dissertation, und zum anderen für seinen wissenschaftlichen Vortrag auf dem Kongress. Lunding promovierte in der Forschungsgruppe Mausmodelle des Asthmas (Leitung: Dr. Michael Wegmann) am FZB. In seiner Arbeit demonstrierte er, dass sowohl entzündungsfördernde als auch entzündungshemmende Signale über die 1/Toll like Rezeptor-Superfamilie weitergeleitet werden und diese erheblichen Einfluss auf die Pathogenese des allergischen Asthmas hat.
Die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, bietet sich Nachwuchsforscherinnen und -forscher im Cluster zum Beispiel bei den jährlichen Retreats oder auch der Summer School.

(Post)Doc-Retreat

Zum (Post)Doc-Retreat im Vorfeld des Cluster-Re-treats trafen sich 40 Young Scientists zum fachlichen und persönlichen Austausch in Bad Segeberg.
Erstmalig nahmen 2014 auch Postdocs an dem Treffen teil. Sprecher der Young Scientists ist Dr. Matthias Krajewski vom Forschungszentrum Borstel. Die Postdocs des Clusters waren bei diesem Treffen mit 17 Personen (74 Prozent aller Cluster-Postdocs) stark vertreten. Und auch die Cluster-Promovierenden waren mit 23 teilnehmenden Doktorandinnen und Doktoranden stark vertreten.
In 15 Fachvorträgen stellten neun Promovierende und sechs Postdocs ihre jeweiligen Projekte vor. Zusätzlich zum Vortragsprogramm verbesserten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ihre eigenen Softskills, indem sie Moderationstechniken einübten. Aufgabe war, die Vortragenden sowie deren Themen kurz vorzustellen und nach dem Vortrag durch die Diskussion zu führen. Diese praktische Übung kam gut an. Positiv beurteilt wurden außerdem die Vielfältigkeit der Themen und die Möglichkeit Kollegeninnen und Kollegen in unterschiedlichen Karrierestufen zu treffen.

Netzwerken unter Zeitdruck

Besonderen Anklang fand auch das neu eingeführte Format „Speed-Networking“. Die Idee dabei ist in Anlehnung an das Speed-Dating, innerhalb kürzester Zeit mehr über Forschung und Person des Gegenübers herauszufinden und so wertvolle Kontakte zu knüpfen. Praktisch sieht das so aus: Zwei Personen sitzen sich gegenüber und stellen sich ihre Projekte, Ideen und Methoden vor. Nach drei Minuten wird der Platz gewechselt. Das machte den Teilnehmenden großen Spaß und hatte den Nebeneffekt, innerhalb kurzer Zeit den Großteil der Gruppe kennenzulernen, so ein Ergebnis der Veranstaltungsevaluation. In der Evaluation wurde aber nicht nur Form und Inhalt der Veranstaltung abgefragt, sondern auch der konkrete Bedarf an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, da für den Cluster-Nachwuchs ein neues Förderprogramm etabliert werden sollte. Ganz oben auf der Wunschliste standen Workshops rund ums Publizieren, zur Forschungsförderung sowie insbesondere Coaching- und Mentoring-Programme.

Summer School 2014

Vom 8. bis 10. Oktober kamen 37 Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler zur Summer School in Schleswig zusammen. Darunter auch Masterstudierende, Promovierende und Postdocs sowohl aus den Cluster-Standorten, als auch von außerhalb. Das interdisziplinäre Vortragsprogramm bot die Möglichkeit, einen guten Einblick in die breitgefächerten Forschungsbereiche des Clusters zu gewinnen und das individuelle Netzwerk, zum Beispiel für neue Forschungsprojekte, auszubauen. Daneben stellten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Posterpräsentationen und Kurzvorträgen ihre jeweiligen Forschungsprojekte vor. Moderiert wurde die Summer School von Juniorprofessor Sebastian Zeißig, Klinik für Innere Medizin am UKSH in Kiel, und Young-Scientist Sprecher Dr. Matthias Krajewski, Forschungszentrum Borstel. Sie freuten sich gemeinsam mit den Teilnehmenden besonders über die Vorträge der Gastredner Professor Christoph Becker (1) zu „Regulation of intestinal epithelial barrier function by cytokines“ und Professor Mathias Hornef (2), der zu „Age-dependent determinants of the mucosal host-microbial interaction in the intestine“ sprach. Gerade die Kombination aus Cluster-Vorträgen und Präsentationen der eigenen Forschungsarbeiten bewerten die Teilnehmenden als sehr positiv. Wünschenswert wäre es – so ergab die Evaluation der Veranstaltung – den Kurzvorträgen mehr Zeit einzuräumen, und vor allem Basic Skills Workshops in das Programm zu integrieren.

(1) Prof. Dr. Christoph Becker leitet an der der Universität Erlangen die Klinische Forschergruppe „Molekulare Pathogenese und optimierte Therapie von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“.

(2) Prof. Dr. Mathias Hornef ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der RWTH Aachen und erforscht die Mechanismen von Wirt-Mikroben-Interaktionen im Darmepithel.

Förderprogramm für den Nachwuchs

Coaching und Mentoring - das ist das was sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Unterstützung wünschen, wie Bedarfsabfragen und Evaluationen ergeben haben. Einzel-Coachings wurden bereits 2014 in das Cluster-eigene Förderprogramm aufgenommen. Ein neues Mentoring-Programm, I@I-Mentoring, wird Anfang 2015 starten. Im Unterschied zu anderen Programmen wird sich dieses Mentoring-Programm nicht nur an den weiblichen, sondern auch an den männlichen Cluster-Nachwuchs richten. Außerdem steht das I@I Mentoring nicht nur Postdocs offen, sondern auch Promovierende können an dem Programm teilnehmen.

Daneben wurden weitere Fördermaßnahmen etabliert. Hierzu zählen:
• Förderung für (Post)Docs in besonderen Lebensumständen. Dieses Programm richtet sich an Personen in besonderen familiären Lebenssituationen (beispielsweise Schwangerschaft, Stillzeit, akute familiäre Pflegefälle). Es soll Karrierebrüche vermeiden und Möglichkeiten schaffen, trotz dieser besonderen Lebensumstände die individuellen Forschungsprojekte weiterführen zu können.
• Master/PhD-Helpdesk (Betreuung durch Professor John Baines). Dieser Helpdesk informiert über Masterstudiengänge und bestehende Graduiertenprogramme und berät den Clusternachwuchs in unterschiedlichsten Angelegenheiten (zum Beispiel zu Prüfungsangelegenheiten, bei Bedarf für bestimmte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen oder bei Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis.
• Ernennung von Professor John Baines als Cluster-eigene Vertrauensperson. Er ist zukünftig bei Konfliktsituationen erster Ansprechperson für alle Statusgruppen an allen Standorten.
• Ausbau von Fort- und Weiterbildungsangeboten wie Workshops und Trainings in Kooperationen mit anderen Einrichtungen der Trägerinstitutionen, wie den Graduiertenzentren oder dem Exzellenzcluster „The Future Ocean“.

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