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Zukunftsweisende Forschung

Cluster richtet sich neu aus

Die Forschungsagenda des Exzellenzclusters Entzündungsforschung muss aktuellen Entwicklungen folgen und somit immer wieder neu justiert werden. Für das zukünftige Forschungsprofil wurden 2014 zunächst sechs Themenfelder festgelegt. Diese sind grundlegend, um zu einem tieferen Verständnis von Entzündungsprozessen zu gelangen und um neue Ansätze für Prävention und Therapie zu entwickeln. Dem Vorsatz, innovative und Erfolg versprechende Forschung zu fördern, folgt auch die zweite Cluster-interne Projektausschreibung. Von den eingereichten 25 Anträgen wurden 6 Vorhaben mit Unterstützung externer Gutachter ausgewählt.

Erkenntnisgewinn bedingt neue Fragen

Bloß nicht stehen bleiben. Diesem Motto folgt die Forschungsausrichtung des Exzellenzclusters Entzündungsforschung. Was vor zehn Jahren aktuell war, als der Cluster begann sich zu formieren, ist heute zum Teil überholt. Neue Techniken, neue Erkenntnisse und neue therapeutische Errungenschaften machen es immer wieder notwendig, Hypothesen, Fragen und Ziele der Forschung auf den Prüfstand zu stellen. In Mäuseneinem mehrstufigen Prozess und mit Beteiligung der Clustermitglieder haben sich folgende sechs Themenfelder herauskristallisiert, die das Profil der zukünftigen Forschung bilden sollen.

From Molecular Epidemiology to Systems Medicine
Von der molekulare Epidemiologie zur Systemmedizin
Metabolic inflammation
Stoffwechselbedingte Entzündung
Cellular Health and Adaption to Outside Stress
Zellgesundheit und Anpassung an äußere Stress-faktoren
Infection Chronicity
Chronizität von Infektionen
From Immune Dysregulation to Disease: Defining the Turning Point in Allergy and Autoimmunity
Von der Fehlsteuerung im Immunsystem zur Krankheit: Bestimmung des Wendepunkts bei Allergie und Autoimmunität
Long term modulation of microbial communities as therapy für inflammatory disorders
Langfristige Anpassung der Mikrobengemeinschaft zur Therapie von Entzündungskrankheiten

Die Themenfelder wurden wie bereits im Vorjahr noch einmal beim Cluster-Retreat in Workshops ausführlich vorgestellt und mit den Beteiligten intensiv diskutiert. Auch der Wissenschaftliche Beirat beteiligte sich an den Beratungen und gab wertvolle Anregungen. So empfahl Professor Rudi Balling, der neu gewählter Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates, „einen erheblich stärkeren Ausbau und die Integration bioinformatischer Methoden und Analyseverfahren, sowie eine intensivere Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen.“
Und auch mit der Festlegung auf diese sechs Gebiete, ist die Profilbildung noch nicht abgeschlossen.

Fokus Systemmedizin

Einen wichtigen Part bei der Neujustierung des Forschungsprofils hat die Systemmedizin. Sie ermöglicht eine neue Dimension, die komplexen Entstehungsmechanismen von Krankheiten zu verstehen. Die Systemmedizin fügt die vielfältigen Einzelerkenntnisse zum Beispiel zu genetischen Faktoren, Proteom und Mikrobiom sowie klinische Daten zusammen. Verbunden damit ist die Hoffnung, auf diesem Weg Krankheiten frühzeitig zu erkennen und neue Wege in der Behandlung zu beschreiten. Wichtig dafür ist - neben vielfältigem Datenmaterial - die elektronische Prozessierung, also die computergestützte Archivierung, Analyse und Integration der Daten. Diese Form der Forschung beschreibt das Schlagwort „e:Med“. Hierbei spielen Mathematik und Informationswissenschaften eine tragende Rolle. Der Exzellenzcluster Entzündungsforschung schafft mit dem Aufbau der elektronischen Infrastruktur („i2b2“, Informatics for Integrating Biology & the Bedside) die Grundlagen für die medizinische Systembiologie.

Erfolg mit neuen Forschungsideen

Der zweiten Cluster-internen Projektausschreibung folgten 25 Anträge zu standort- und fächerübergreifender Forschung. Die Projekte mussten folgende Kriterien erfüllen: Sie sollten Hauptthemen des Clusters behandeln und dabei neue und originelle wissenschaftliche Fragestellungen und Methoden einbeziehen. Die Zielsetzungen mussten klar formuliert und nachzuweisen sein. Außerdem sollte jedes Projekt einen multidisziplinären und interstrukturellen Ansatz verfolgen sowie Cluster-Labore und unterschiedliche Cluster-Standorte integrieren. Jeder Antrag wurde von mindestens zwei externen Fachleuten begutachtet. Auf Basis dieser insgesamt 69 externen schriftlichen Gutachten wurde in einem zweiten Reviewverfahren vor Ort ebenfalls von externen Gutachtern eine Rankingliste aufgestellt. Diesen Empfehlungen folgend wählte das Steering Committee die Top sechs Projekte aus. Diese werden mit einem Gesamtbudget von 3,118 Millionen Euro ab 2015 gefördert. Die Projekte aus der ersten und zweiten Cluster-internen Projektausschreibung werden in den kommenden Jahresberichten vorgestellt.

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