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Auf dem Prüfstand

Top-Themen für die Zukunft

Alle sieben Cluster-Labore sind enorm wichtig für die Forschung im Cluster und werden bis zum Ende der Laufzeit gefördert. Zu diesem Schluss kam das Steering Committee, nachdem der Wissenschaftliche Beirat des Clusters seinen differenzierten Bewertungsprozess abgeschlossen hatte.

Diese sieben Cluster-Labore sind die Forschungs- und Technologieplattformen des Exzellenzclusters. Der wissenschaftliche Nachwuchs erfährt hier eine State-of-the-Art-Ausbildung unter Nutzung von hochmodernen Analysegeräten.

 

Während des Retreats stellten die Beteiligten ihre Forschungsfelder inhaltlich anhand der insgesamt 21 Projekte aus der ersten und zweiten Clusterinternen Projektausschreibung vor. Nach intensiven Diskussionen mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gab der Wissenschaftliche Beirat (Scientific Advisory Board, SAB) eine Empfehlung für das Steering Committee ab. Dabei machte der SAB-Vorsitzende Professor Rudi Balling, Luxemburg deutlich, in welche Richtung sich der Cluster verstärkt weiter entwickeln sollte: „In der systematischen Analyse von medizinisch-biologischen Daten und den dazugehörigen Patientendaten liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Clusters. Die administrativen und technischen Weichen für die IT-basierte Datenanalyse müssen jetzt gestellt werden, damit die Beteiligten weiterhin auf Spitzenniveau forschen und ihre Erkenntnisse in die schnelle Umsetzung für neue Therapieansätze bringen können.“ Die Berufung von Christoph Kaleta auf die Professur für Medizinische Systembiologie in Kiel sei daher ein extrem erfolgreicher Schritt für den Cluster gewesen. Auch an der Universität Lübeck ist eine entsprechende Professur ausgeschrieben. Besonders hervorgehoben wurde auch die zukünftige zentrale Bedeutung der Immunologie. Als besonders wichtige Plattform innerhalb des Clusters wurde vom SAB CL X bewertet. Seine sehr gute Vernetzung sowie die Technologien auf dem neuesten Stand seien bemerkenswert. Die schnelle Umsetzung von neuen Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung ist ein Schwerpunkt des Exzellenzclusters Entzündungsforschung. Diese Translation findet im CL XIII statt, wo Betroffene in einem interdisziplinären Ansatz nach neuesten Erkenntnissen aus der Forschung behandelt werden. Zum Einsatz kommen hier auch aktuelle pharmazeutische Entwicklungen. Auch ein Befund aus der Ernährungsforschung mit therapeutischem Potential wird hier weiterentwickelt. So entdeckten Cluster-Mitglieder bereits vor vier Jahren, dass die Aminosäure Tryptophan großen Einfluss auf die Darmflora hat. Bei einer Mangelernährung kann fehlendes Tryptophan chronisch-entzündliche Darmerkrankungen fördern. Ein Cluster-Projekt untersucht derzeit die Möglichkeit, die essentielle Aminosäure direkt in den Darm Betroffener zu transportieren, um auf diese Weise entzündliche Prozesse direkt an ihrem Entstehungsort einzudämmen. Hier entsteht möglicherweise ein neuer hoch antientzündlicher Mechanismus, der bis zur Therapie entwickelt werden könnte.

Intelligente Verknüpfung

Als Schlüsseltechnologie für weitere Fortschritte im Cluster gilt die im Aufbau befindliche elektronische Infrastruktur „i2b2“ – Informatics for Integrating Biology and the Bedside. Durch intelligente Verknüpfung von Daten aus Klinik und Forschung lässt sich Grundlagenforschung an „echten“ Krankheitsfällen oder Krankenakten betreiben. Daten aus genetischen Analysen können so mit einem vorliegenden medizinischen Befund abgeglichen werden. Sie liefern damit mehr Erkenntnisse als die reinen Gendaten. Oder man könnte auch aus großen Datensammlungen, die beispielsweise den Gehalt eines bestimmten Proteins im Blut erfassen, Muster für bestimmte Erkrankungen abzuleiten. Häufen sich bei Colitis ulcerosa beispielsweise spezifische Proteine, dann könnten diese als Biomarker für die Diagnose oder den Verlauf der Erkrankung verwendet werden. Solche Muster finden sich allerdings nicht in kleinen Datenbanken.

Förderprogramm eröffnet Karrierechancen

Um insbesondere die jungen und sehr erfolgreichen Professorinnen und Professoren an den Cluster-Standorten zu halten, starteten die Universitäten von Kiel und Lübeck ein neues Programm: Die „Schleswig-Holstein-Excellence-Chairs“ (SH-Chairs). Diese Chairs bieten Professorinnen und Professoren der Universitäten Kiel und Lübeck eine Lebens- und Karriereperspektive am Standort Schleswig-Holstein, siehe auch S. 12.

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