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Fördern und Fordern

Impulse für die wissenschaftliche Karriere

Jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bietet der Cluster eine fundierte Ausbildung und die Möglichkeit, sich auf hohem Niveau auszutauschen und fortzubilden. Ein umfangreiches Förderprogramm unterstützt Promovierende und Postdocs bei der Planung ihrer Karriere und ihrer persönlichen Entfaltung. Ihre kompetitiven Fähigkeiten konnten sie bei der Ausschreibung von Fördergeldern beweisen.

2015 gehörten insgesamt 169 Personen zur Gruppe der Cluster Young Scientists. Mitglieder dieser Nachwuchsgruppe sind Promovierende, Postdocs sowie W1- und W2-Professorinnen und Professoren, die jünger als 40 Jahre sind. Sie konnten sich in 2015 mit ihren Projektideen für eine Förderung bewerben. Voraussetzung für die Bewerbung war, dass die Promotion höchstens sechs (Nicht-Kliniker) beziehungsweise neun Jahre (Kliniker) zurücklag. Insgesamt 44 Miniproposals wurden eingereicht, elf Anträge wurden nach Begutachtung durch den Vorstand ausgewählt und werden bis zum Ende der Clusterlaufzeit mit jeweils bis zu 30.000 Euro gefördert.

Miniproposals 2015 für elf Projekte:

Anke Fähnrich, Henriette Ebsen (Anatomie Lübeck, Immunologie Kiel): Identification of T cell receptor sequences in germinal centers of inflammatory bowel disease patients
Maren Falk-Paulsen, Berenice Brandt (IKMB Kiel, Med I Kiel): Influence of pregnancy on gut microbiota changes and intestinal epithelial cell physiology affecting the development of intestinal inflammatory diseases
Misa Hirose (LIED Lübeck): Mitochondrial genome in autoimmune blistering skin disease: development of novel diagnostic markers in bullous pemphigoid
Christian Karsten (ISEF Lübeck): Gal-3 mediated cross-linking of FcΥRIIB and Dectin-1 to regulate C5aR functions
Alexei Leliavski (ISEF Lübeck): A role of immunoglobin A N-glycosylation in chronic inflammation
Simone Lipinski, Elie Jami (IKMB Kiel): The role of Duox2 in shaping diversity of the intestinal microbiota and intestinal homeostasis
Britt-Sabina Petersen (IKMB Kiel): Exome sequencing of early-onset and therapy-refractory patients with inflammatory bowel disease (IBD)
Stefanie Piegholdt (Lebensmittelwissenschaft, Kiel): Impact of the plant bioactive prunetin on survival, gut health and epithelial stress response in healthy and bacteria-infected Drosophila melanogaster
Elke Rodríguez (Dermatologie, Kiel): The Skin Microbiome, Early Emollient Use and Atopic Dermatitis
Florian Schrinner, Johannes Bethge (IKMB Kiel, Med I Kiel): Development of a mobile app framework for the secure data collection of patients
Krishan Kumar Vishnolia (IIEG Lübeck): Identification of novel cholesterol efflux loci using GWAS and in-vivo confirmation of corresponding anti-atherogenesis in zebrafish (Danio rerio)

Begleitung und Unterstützung durch Mentoring

Anfang Juli 2015 startete im Cluster das I@I Mentoring. Das Mentoring-Programm richtet sich an Männer und Frauen und steht allen offen, die im Cluster promovieren oder als Postdoc arbeiten. Im Mentoring-Programm unterstützt eine erfahrene Professorin oder ein Professor den Mentee. Dieser Austausch fördert die persönliche und akademische Entwicklung des Young Scientist. „Die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und die Planung des weiteren Karrierewegs sollten früh beginnen“, meint Professor John Baines, der im Cluster als Vertrauensperson für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein wichtiger Ansprechpartner ist. Das neue Nachwuchsförderprogramm des Clusters soll auch Brücken zwischen den Standorten bauen. An der aktuellen ersten Phase des Mentoring-Programms nehmen sieben Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler teil. Die Gruppe besteht zur Hälfte aus Promovierenden. Dr. Guranda Chitadze, aktuell Mentee im Förderprogramm, möchte sowohl klinisch als auch in der Forschung tätig sein. Deswegen hat sie sich mit Professorin Claudia Rössig (Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Münster) eine Mentorin ausgesucht, die beide Karrierewege erfolgreich miteinander verbunden hat. Von ihr erhofft sie sich Ideen und Ratschläge, wie sie selbst dieses Ziel schnell erreichen kann. „Aber auch Unterstützung bei der richtigen Balance zwischen beruflichem und privatem Leben erhoffe ich mir von meiner Mentorin“, so Chitadze. „Und einen Wegweiser durch die Besonderheiten des deutschen Hochschulsystems.“ Neben dem Mentoring-Programm unterstützt der Cluster die Ausbildung seiner Young Scientists durch weitere Angebote. Das Programm „(Post)Docs in besonderen familiären Lebensumständen“ bietet schnelle und unkomplizierte Unterstützung in Form einer studentischen oder wissenschaftlichen Hilfskraft, wenn familiäre Umstände wie eine Schwangerschaft oder die Pflege von Angehörigen in den Vordergrund rücken. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler profitieren außerdem von einem vielfältigen Fort- und Weiterbildungsangebot sowie bei Bedarf Einzel-Coachings. Das Netzwerk der Young Scientists, der M.Sc./PhD Help Desk sowie die Cluster-eigene Vertrauensperson (Professor John Baines) bilden darüber hinaus Strukturen, in denen der wissenschaftliche Nachwuchs sich austauschen und bei Bedarf Unterstützung holen kann.

                         


Mentee Dr. Guranda Chitadze
Institut für Immunologie, Kiel                                        

            

Geschützter Raum für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Rund 25 Cluster Young Scientists trafen sich im Vorfeld des jährlichen Cluster-Retreats am 15. und 16. Juli zum fachlichen und persönlichen Austausch beim (Post)Doc Retreat in Bad Segeberg. Begleitet wurde dieses Zusammentreffen von einer externen Trainerin, die den Cluster Young Scientists zunächst verschiedene Übungen zum Kennenlernen sowie zur Gruppenarbeit vermittelte. Anschließend lernten sie Grundlagen zu Präsentations- und Moderationstechniken. Die neuen Erkenntnisse konnten sie im Anschluss direkt in Präsentationen und damit verbundenen Moderationen umsetzen. Neun Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentierten ihre Forschungsthemen in kurzen Vorträgen, sechs moderierten diese Vorträge, das heißt sie stellten die Vortragenden kurz vor und leiteten im Anschluss durch die Diskussion. Bei der Evaluation der Veranstaltung wurden die heterogene Zusammensetzung der Gruppe und die Kombination von Vorträgen und Workshop positiv bewertet. Außerdem schätzten es die Young Scientists, einen geschützten Raum zu haben, in dem sie ihre Arbeiten vorstellen konnten, und „unter sich“ zu sein. Gut kam auch die Keynote-Lecture von Professor Rudi Balling an. Der Vorsitzende des Scientific Advisory Boards schilderte seinen eigenen Karriereweg und ermutigte die jungen Leute, interdisziplinär zu arbeiten und sich auch in „fremde“ Fachgebiete vorzuwagen.

Summer School 2015

Die Summer School fand vom 14. bis 16. Oktober im „Strandhotel“ in Weissenhäuser Strand statt. 42 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler trafen sich dort zum 4. Mal zu einem intensiven wissenschaftlichen Austausch. Organisatoren der diesjährigen Summer School waren Professor Christoph Kaleta, Institut für Experimentelle Medizin, Kiel, und Professor John Baines, Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön, und Institut für Experimentelle Medizin, Kiel. Neben Clustermitgliedern nahmen auch externe Gäste teil. Promovierende, Postdocs und Masterstudierende nutzten die Gelegenheit, in andere Forschungsgebiete reinzuschnuppern und neue Kontakte zu knüpfen. Die Veranstaltung gliederte sich in drei Themenbereiche: Medizinische Systembiologie, Mikrobiom und Evolutionäre Medizin. Zu jedem Bereich gab es einen einführenden Vortrag, dem sich die Präsentationen von Young Scientists des Clusters anschlossen. Einen Blick über den Tellerrand boten auch die eingeladenen Gastrednerinnen und -redner. Dr. Abigail Bouwman von der Universität Zürich, Schweiz, berichtete von der Nutzung der evolutionären Medizin, um kleinskalige Evolutionsprozesse des Menschen zu untersuchen. Professor Jan Baumbach, University of Southern Denmark, referierte über mögliche Analysen von Omics-Daten mittels biologischer Netzwerke. Eugen Bauer, Université du Luxembourg, zeigte die Möglichkeiten komplexer Modellierungen des menschlichen Darm-Mikrobioms. Neben den Vorträgen begrüßen die Teilnehmenden insbesondere auch das offene Programm an den Abenden, da es ihnen Raum für den individuellen und intensiven Austausch untereinander gab.

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