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Knowhow und Kontakte

Die Grundlagen für Erfolg in der Forschung

Eine fundierte Ausbildung in exzellent ausgestatteten Laboren und ein inspirierendes Umfeld – den rund 170 Nachwuchsforscherinnen und -forschern bietet der Cluster beste Bedingungen, um die wissenschaftliche Karriere voranzutreiben. Dazu bestehen diverse Möglichkeiten sich fortzubilden und mit anderen auszutauschen, beispielsweise bei der Summer School. Die Cluster Lectures laden dazu ein, internationale Spitzenforscherinnen und -forscher zu treffen.

Cluster Lectures

Ein besonderer Redner war im Februar 2016 Professor Charles Dinarello von der University of Colorado, School of Medicine, Denver, USA. Der US-amerikanische Arzt und renommierte Immunologe kam auf Einladung von Professor Stefan Ehlers zur Cluster Lecture ins Forschungszentrum Borstel um über „Blocking IL-1beta or IL-1alpha in Inflammatory and Malignant Disease“ zu sprechen. Dinarello forscht seit Mitte der 1970er-Jahre auf dem Gebiet der Zytokine, speziell des Interleukin-1 und des Tumornekrosefaktors und gilt als „Gründungsvater“ der Zytokinbiologie. Er klonierte als Erster Interleukin-1-beta und etablierte die Anwendung von IL-1-Hemmstoffen. Dinarello war unter anderem Präsident der Internationalen Zytokin-Gesellschaft und wurde mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Crafoord Preis der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, dem Ernst-Jung-Preis für Medizin und dem Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten von Marseille, Frankreich, und Frankfurt, Deutschland, sowie des Weizmann Instituts für Wissenschaften in Rehovot, Israel.
Zur Cluster Lecture des mittlerweile 74-jährigen Dinarello im Herrenhaus des Forschungszentrums strömten rund 70 Gäste in den Seminarraum. Darunter war auch Dr. Christina Lange, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Anatomischen Institut der Universität Kiel: „Er ist der Entdecker von Interleukin 1 und noch weiterer Zytokine, und da war es toll zu sehen, wie er über sein Lebenswerk als Forscher berichtet hat. Die ganze Geschichte zur Interleukinforschung zu hören, war sehr beeindruckend, auch weil er eine sehr faszinierende Persönlichkeit ist.“

Kontakte zur Spitzenforschung

2016 kamen fünf Experten aus dem In- und Ausland zu Cluster Lectures nach Borstel und Kiel. Die Redner waren neben Charles Dinarello Peter Barnes (National Heart & Lung Institute, Imperial College London, UK), John Stanley (University of Pennsylvania, Dermatology, USA), Jörg Menche (CeMM Research Center for Molecular Medicine of the Austrian Academy of Sciences, Wien) und Joachim Schultze (The Life & Medical Sciences Institute (LIMES), Bonn). Sie gaben Übersichtsvorträge aus ihren jeweiligen Fachgebieten und luden dazu ein, über den Tellerrand der eigenen Forschung zu blicken. Außerdem bietet sich so die Möglichkeit, renommierte Forscherinnen und Forscher live zu sehen und bei anschließendem Get-Together persönlich zu sprechen. Auf diese Weise lassen sich direkt und unkompliziert Kontakte für gemeinsame Forschungsprojekte knüpfen oder Anlaufpunkte für Forschungsaufenthalte ausmachen. Abgesehen davon laden die Cluster Lectures auch dazu ein, andere Kolleginnen und Kollegen aus dem Cluster zu treffen, die man nicht so oft sieht.

Summer School 2016

30 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler folgten der Einladung des Clusters zum wissenschaftlichen Austausch vom 11. bis 13. Juli im Vorfeld des Cluster-Retreats. Organisiert wurde die diesjährige Summer School von Daniela Esser, Professor Christoph Kaleta, beide Institut für Experimentelle Medizin, Kiel, Professor Matthias Laudes, Klinik für Innere Medizin I, UKSH Kiel, und Professorin Astrid Dempfle, Institut für Medizinische Informatik und Statistik, Kiel. In Posterpräsentationen und Kurzvorträgen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Forschungsprojekte vorstellen. Am Ende des knapp dreitägigen Programms wurde der „Talk & Poster Award“ verliehen. Darüber konnte sich Dr. Arne Homann vom Forschungszentrum Borstel freuen, der mit Poster und Vortrag über „Immunreaktionen und Allergie gegen therapeutische Antikörper“ informierte.
Wertvolle Informationen und praktische Tipps für die wissenschaftliche Karriere bot der Workshop „Good scientific practice“ mit der Trainerin Helga Nolte aus Hamburg. Breiten Raum nahm hier unter anderem die Frage der Autorenschaft von wissenschaftlichen Publikationen ein. Für die Auswahl der Autoren gibt es konkrete Kriterien der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Allein die Bereitstellung von Geräten und Methoden oder die Beschaffung von Geldmitteln sei aber kein Kriterium, um als Autor eines Papers aufgeführt zu werden, so Nolte.
Mindestens genauso wichtig wie die Vorträge sind bei der Summer School aber auch die persönlichen Gespräche in den Pausen und bei den Abendveranstaltungen. „Ich schätze vor allem den informellen Austausch mit den anderen“, sagte eine Teilnehmerin der Summer School. „So erfahre ich mehr über die Methoden und das Vorgehen bei bestimmten Problemen und gewinne Einblick in die Abläufe anderer Arbeitsgruppen.“ Professorin Astrid
Dempfle vom Organisationsteam freut sich über das große Engagement aller Beteiligten: „Da finden wirklich auch am Abend an der Bar noch wissenschaftliche Gespräche statt. Das ist schon toll zu beobachten.“

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