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Wissen teilen

Impulse durch Interaktionen

Das öffentliche Interesse an den Forschungsarbeiten des Exzellenzclusters Entzündungsforschung ist groß. Das lässt sich immer dann besonders gut beobachten, wenn die  Forschungsinstitute ihre Tore für Gäste öffnen oder Cluster-Mitglieder Vorträge halten, sowie bei der Kieler Woche. Einen besonderen Zugang zu wissenschaftlichen Themen schafft die Kunst. Dieser Form der Wissenschaftskommunikation widmet sich ein Großprojekt des Clusters. Beim jährlichen Retreat und gemeinsamen Projekten pflegen die Cluster-Mitglieder den gegenseitigen Austausch und die intensive Vernetzung.

Tag der offenen Tür in Borstel

Den Weltasthmatag am 3. Mai 2016 nahm das Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, zum Anlass, über sich, seine Arbeit und den Klinikbereich zu informieren. Besucherinnen und Besucher erhielten Einblick in alle Bereiche des Zentrums.

Leibniz-Campus EvoLUNG

Die Leibniz-Gemeinschaft richtet am Universitätsstandort Kiel drei Wissenschaftscampi ein. Mit dabei ist das neue evolutionsmedizinische Zentrum „Evolutionary Medicine of the Lung“ (EvoLUNG). Als erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland erhält Evo- LUNG in den Jahren 2016 bis 2020 eine Förderung von rund 4 Millionen Euro. Das Land Schleswig-Holstein trägt eine halbe Million Euro zur Finanzierung des vom Forschungszentrum Borstel (FZB), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI-EB) getragenen Vorhabens bei.
Ziele des neuen WissenschaftsCampus EvoLUNG sind die interdisziplinäre Erforschung von schwerwiegenden Lungenerkrankungen anhand evolutionswissenschaftlicher Methoden und perspektivisch die Entwicklung neuer Therapien für Erkrankungen wie Asthma, Tuberkulose, Mukoviszidose oder chronische Bronchitis. In dieser neuen Initiative kommen die landesweit bedeutendsten biomedizinischen Forschungsinstitutionen zusammen, um ein beispielloses interdisziplinäres Forschungsumfeld in der Evolutionsmedizin zu erschaffen. Sprecher von EvoLUNG ist Cluster-Mitglied und FZB-Professor Stefan Niemann.
Die beiden anderen WissenschaftsCampi sind der Campus für Wissenschaftskommunikation (KiSOC) und das Zentrum für Globalisierung (KCG).

Zur Kieler Woche im Juni 2016 lockte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wie in den Vorjahren mit einem abwechslungsreichen Programm ins Ausstellungs- und Aktionszelt an der Kiellinie. Auch der Exzellenzcluster Entzündungsforschung baute dort einen Informationsstand auf und informierte über aktuelle Forschungen. Sieben Cluster-Professoren begeisterten mit Vorträgen über Genetik von  Entzündungen, Fibrose – die Vernarbung von Organen–, Alzheimer Erkrankung, Entzündungsblockade, Bevölkerungsmedizin, Alterung und Antibiotikaresistenzen.

Wissenschaft und Kunst

In und auf dem menschlichen Körper leben Billionen Bakterien und andere Mikroorganismen. Dieses Mikrobiom ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Wodurch es verändert wird und wie Veränderungen des Mikrobioms mit der Entstehung von Krankheiten zusammenhängen, wird aktuell im Cluster erforscht. Denn gezielte Veränderungen des Mikrobioms sind ein wichtiger Ansatzpunkt für individualisierte Therapien. In einer Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule Kiel standen diese Forschungsfragen im Mittelpunkt, um neue künstlerische Sichtweisen zu entwickeln. Aus 30 Vorschlägen wurden im Juni 2016 18 Projekte in einem Wettbewerb ausgewählt und mit Cluster-Förderung umgesetzt. Diese werden unter dem Titel „Das Mikrobiom – der Mensch ist nicht allein!“ ab Mai 2017 für ein knappes Jahr in Kiel ausgestellt. Der Exzellenzcluster und die Muthesius Kunsthochschule nutzen die Kunst, um biomedizinische Forschungsthemen allgemein verständlich darzustellen.

Cluster-Retreat in Timmendorfer Strand

Der diesjährige Cluster-Retreat stand ganz im Zeichen der Vorbereitung für die Bewerbung zur Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Rund 140 Clustermitglieder trafen sich am 14. und 15. Juli 2016 in Timmendorfer Strand zu einem umfangreichen Programm mit Vorträgen, Kurzpräsentationen und Workshops. In den Workshops wurde intensiv gearbeitet und gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Beirat am zukünftigen Forschungsprofil gefeilt.

Neu: Institut für Ernährungsmedizin in Lübeck

An der Universität zu Lübeck und am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, ist ein Institut für Ernährungsmedizin gegründet worden. Es dient der Erforschung von Ernährung als Ursache und Therapie von Erkrankungen. Zugleich ist es für die Durchführung des Studiengangs Medizinische Ernährungswissenschaft zuständig, der zum Wintersemester 2016/17 an der Universität zu Lübeck neu eingeführt wurde.
Leiter des neuen Instituts, dessen Einrichtung vom Akademischen Senat der Universität beschlossen und das zum 1. August gegründet wurde, ist Professor Christian Sina. Er war zuletzt Oberarzt an der Medizinischen Klinik I des UKSH am Campus Lübeck, an der er neben seiner neuen Tätigkeit weiterhin als Gastroenterologe (Magen-Darm-Erkrankungen) und Ernährungsmediziner tätig sein wird.

Sektion für Evolutionäre Medizin in Kiel

Die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) haben die Gründung einer Sektion für Evolutionäre Medizin beschlossen. Die neue Einrichtung ist am Institut für Experimentelle Medizin UKSH Kiel angesiedelt und ausschließlich in den Bereichen Forschung und Lehre tätig. Leiter der Sektion wird der Evolutionsbiologe Professor John Baines, der mit seiner Arbeitsgruppe Fragestellungen im Bereich der Evolutionsforschung untersucht. „Die meisten Zivilisationserkrankungen sind ein Produkt unserer Evolution. Wir untersuchen evolutionäre Zusammenhänge, um Krankheiten besser verstehen und heilen zu können“, sagt Cluster-Vorstandsmitglied Baines.

Kiel Evolution Center

Mit einem internationalen Symposium hat am 30. September 2016 das „Kiel Evolution Center“ offiziell seine Arbeit aufgenommen. Die interaktive Wissenschaftsplattform setzt sich zum Ziel, Evolutionsforscherinnen und -forscher in Schleswig-Holstein besser zu koordinieren. Daneben sollen unter dem Schlüsselbegriff „translationale Evolutionsforschung“ gezielt Brücken zwischen Grundlagenforschung und Anwendung geschlagen werden. Neben der Förderung der Wissenschaft stehen auch Lehre und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus des „Kiel Evolution Center“. Sprecher des Zentrums ist Cluster-Vorstandsmitglied Professor Hinrich Schulenburg vom Zoologischen Institut der Universität Kiel. Beteiligte Institutionen sind neben der CAU auch das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön und das Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften.

Internationale Tagung zur Systemmedizin

Zum diesjährigen e:med Jahrestreffen kamen vom 4. bis 6. Oktober 2016 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Kieler Universität zusammen, um sich über die neuesten Erkenntnisse der Systemmedizin auszutauschen. Direkt im Anschluss fand außerdem das sysINFLAME e:Med Symposium mit internationaler Beteiligung statt.
Die e:med Jahrestagung bot Einblick in die topaktuellen Themen des inhaltlich breit angelegten BMBF Förderkonzeptes zur Systemmedizin. Am Beispiel bestimmter Erkrankungen standen Infektionen und Entzündungen sowie neuropsychiatrische Veränderungen im Mittelpunkt. Dabei ging es zentral um die Fragen, wie Diagnostik und Therapie individuell angepasst werden können. „Wir machen derzeit große Schritte in Richtung einer molekularen Medizin“, erklärt Cluster-Vorstandsmitglied Professor Philip Rosenstiel vom Institut für Klinische Molekularbiologie der Kieler Universität. Bei einer Podiumsdiskussion während der Veranstaltung wurde auch die Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit gesucht. „Wir wollen mit der Gesellschaft über diesen Wandel der Medizin frühzeitig in den Dialog treten und über die Perspektiven des Verhältnisses zwischen Patient und Arzt informieren“, betont Cluster-Sprecher Professor Stefan Schreiber, Kiel.

Lübecker offenes Labor

Vom 29. August bis 2. September 2016 veranstaltete das Lübecker offene Labor (LoLa) mit Unterstützung des Clusters zum zehnten Mal eine Summerschool für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Das Thema: Mikroben – Infektion – Entzündung. In den Laborexperimenten und Seminaren ging es um die Welt der Mikroorganismen. Bakterien wurden kultiviert, isoliert, gefärbt, identifiziert und auf verschiedene Eigenschaften getestet. In den Seminaren erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie das Immunsystem mit eingedrungenen Bakterien umgeht, wie diese sich zum Teil dagegen wehren, wie Entzündungen entstehen und warum zunehmend Bakterien gegen Antibiotika resistent sind.
www.lola.uni-luebeck.de

Forschungswerkstatt ergänzt Schulunterricht

Welchen Einfluss hat die Epigenetik auf das Leben? Und wie erforscht man die Evolution mit dem Modellorganismus Caenorhabditis elegans? Das life:labor der Kieler Forschungswerkstatt bietet einen Zugang zu aktuellen Themen aus der Cluster-Forschung und ermöglicht das Kennenlernen und Ausprobieren von Arbeitsmethoden dieser Disziplinen. Neben dem life:labor gibt es noch sechs weitere Themen-Labore für Schülerinnen und Schüler. Sie können hier ergänzend zum Schulunterricht echtes wissenschaftliches Arbeiten kennen lernen. Auch Lehramtsstudierende profitieren: Sie sammeln Lehrerfahrung und besuchen ergänzende Fortbildungen. Die Angebote werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Lehrkräften gemeinsam entwickelt und richten sich an ganze Klassen oder einzelne Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise für ihre Jahresarbeiten forschen wollen. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Uni-Forschungsschwerpunkte und der Fachdidaktik am Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) zeichnet die Forschungswerkstatt aus. Sie war auch ein ausschlaggebender Faktor für die Bewilligung des neuen Leibniz-Wissenschaftscampus „KiSOC – Kiel Science Outreach Campus“.
www.forschungs-werkstatt.de

Schullabor am Forschungszentrum Borstel

Seit 2002 können Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 im Schullabor am Forschungszentrum Borstel experimentieren. Damit soll bei den Jugendlichen die Begeisterung für die Fächer Chemie, Biologie, Biochemie und Molekularbiologie geweckt werden. Das Schullabor verfügt über eine sehr gute Ausstattung an Geräten und bietet 24 Arbeitsplätze. In Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern wurden modular aufgebaute und überschaubare Schülerexperimente für verschiedene Forschungsbereiche etabliert. Bei Bedarf erhalten die Lehrkräfte der teilnehmenden Klassen eine Fortbildung, so das der Besuch des Labors fundiert vor- und nachbereitet werden kann.

EU-Projekt: Nacht der Wissenschaft

Experimente zum Mitmachen, Laborführungen, Workshops, Ausstellungen und Vorträge über aktuelle Forschung – die erste Nacht der Wissenschaft am 30. September 2016 in Kiel, lockte mit einem spannenden Programm. Beteiligt waren auch Cluster-Mitglieder derUniversität Kiel etwa bei einer Führung durch popgen, eine der größten Biomaterialdatenbanken Norddeutschlands, oder bei Vorträgen über „Mikroben im Darm – Freund oder Feind?“ und „Ökosystem Mensch: Was beeinflusst unsere bakteriellen Gemeinschaften.“ Die Nacht der Wissenschaft ist ein Projekt der EU.

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