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Begegnungen

mit Wirtschaft, Kunst und Nachwuchs

Einblick in das Forschungsgebiet des Exzellenzclusters Entzündungsforschung boten sich 2017 bei verschiedenen und sehr unterschiedlichen Gelegenheiten. Beim ersten Auftritt der Universität Kiel auf der Hannover Messe war auch der Exzellenzcluster Entzündungsforschung mit Exponaten und Podiumsveranstaltungen vertreten. Einzigartige Blickpunkte auf die Forschung zum Mikrobiom bietet die im Mai eröffnete Kunstausstellung von Cluster und Muthesius Kunsthochschule Kiel. Und für den jugendlichen Forschungsnachwuchs gibt es an allen Cluster-Standorten interessante Angebote.

 

Hannover Messe

Vom 24. bis 28. April 2017 präsentierte sich die Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel erstmals auf der Hannover Messe mit einem vielfältigen Programm von Exponaten, Patentbörse sowie Podiumsdiskussionen rund um die Themen Wissenstransfer, Patente und Gründungsinitiativen. „Angesichts der bevorstehenden Förderperiode in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder zeigen wir auf der Weltleitmesse der Industrie die exzellente Forschung und ihren Wert für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Nordens“, sagt UniPräsident Professor Lutz Kipp. Als wichtiger Part des lebenswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkts an der Uni Kiel stellte der Exzellenzcluster Entzündungsforschung verschiedene Projekte vor, unter anderem die Translation von Forschungsergebnissen vom Labor bis hin zum Krankenbett, die Erforschung des menschlichen Mikrobioms in Gesundheit und Krankheit sowie den Einfluss evolutionärer Prozesse auf die Entstehung und Behandlung von Krankheiten. Unter anderem präsentierte der Cluster das Exponat „Perspektive Mikrobiom“, das die Bedeutung der Erforschung der mikrobiellen Besiedlung des menschlichen Körpers hervorhebt sowie den Prototyp der mobilen Medizin-Anwendung „eHealth-App: Tagesaktuellen Gesundheitsstatus per Smartphone erfassen“. Diese Smartphone-Anwendung soll künftig medizinische Daten im alltäglichen Leben von Patientinnen und Patienten erheben und zielt damit auf die Entwicklung präziserer Behandlungsansätze bei verschiedenen schwerwiegenden Erkrankungen ab.

Mikrobiomausstellung

Zur Eröffnung der Cluster-Ausstellung „Das Mikrobiom - Der Mensch ist nicht allein.“ kamen am 18. Mai rund 60 Gäste in die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung der CAU. Zu welchen Werken das Thema Mikrobiom Muthesius-Studierende inspirierte, kann dort bis Ende Februar 2019 besichtigt werden. „Wir gehen einen Bund fürs Leben mit unseren Bakterien ein. Dazu muss man sich kennenlernen. Die Ausstellung ist eine gute Gelegenheit dafür“, sagte Rolf Fischer, Staatssekretär für Wissenschaft, zur Ausstellungseröffnung. Die Kombination von Kunst und exzellenter Wissenschaft bezeichnete er als besonders geeigneten Weg, um Ergebnisse aus der Forschung in die Gesellschaft hineinzutragen. Die Aufgabe der Kunst ist laut Professor Arne Zerbst, dem Präsidenten der Muthesius Kunsthochschule, „das herauszuarbeiten, was die gewohnte Betrachtung aus der Gewöhnlichkeit reißt, und genau dadurch auch für die naturwissenschaftliche Forschung wieder neue Impulse zu setzen.“ Neue Impulse setzen die Kunst- und Designstudierenden etwa durch Abstraktion, durch spielerische Übersetzung in einen Comic, durch Reduktion auf wenige plakative Aussagen oder durch konkrete Gestaltung eines Mikrobiom-Testsystems. Der Ausstellung ging eine rund anderthalbjährige Vorbereitung voraus. Nach Vorträgen, Besuchen in Labor und Klinik, und einem Wettbewerb entstanden die ausgestellten Exponate aus den Bereichen freie Kunst, Grafik-, Kommunikations- und Industriedesign. Es handelt sich dabei nicht um eine Visualisierung medizinischer Forschungsthemen, vielmehr sind jeweils einzigartige Blickpunkte auf die aktuelle Forschung entstanden.

 

Lübecker offenes Labor

2017 feierte das Lübecker offene Labor (LoLa) sein 15-jähriges Jubiläum. Zum 1000. Kurs kamen im Januar 2017 Schülerinnen und Schüler von der Inselschule Fehmarn ins Labor. Sie analysierten unter anderem die DNA des Neandertalers und untersuchten, wie hoch die Übereinstimmung unseres heutigen Genmaterials mit dem des vor rund 30.000 Jahren ausgestorbenen „Homo neanderthalensis“ ist. Das Programm des Experimentallabors richtet sich an die Jahrgänge 8 bis 13 und umfasst 22 Kurse zu verschiedenen Themen der Biologie und Chemie, passend zum Lehrplan. Die Kurse werden begleitet von Fachseminaren. Außerdem gibt es weiterführende Ferienkurse, Arbeitsgemeinschaften und das Angebot, spezielle Arbeiten zu betreuen. Mit Unterstützung des Clusters veranstaltete LoLa 2017 wieder eine Summerschool für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zum Thema „Welt der Mikroorganismen“. Die Jugendlichen experimentierten mit Bakterien und analysierten deren Eigenschaften. In begleitenden Seminaren erfuhren sie, wie das Immunsystem mit eingedrungenen Bakterien umgeht, wie Entzündungen entstehen und warum zunehmend Antibiotika-Resistenzen auftreten. Die Idee zum offenen Labor hatte ClusterVorstandsmitglied Professor Enno Hartmann. Der Direktor des Instituts für Biologie an der Universität zu Lübeck ist Sprecher der Schülerakademie und betont: „In der Schülerakademie wird lebendig, was unter anderen Umständen theoretisch wirkt; hier wird spannend, was unter Gleichaltrigen als langweilig beschrieben wird; hier forschen Kinder und Jugendliche aktiv, die in der Schule als gehemmt gelten; hier bringen sich Schülerinnen und Schüler ein, die im Unterricht nicht als sonderlich interessiert gelten.“

Kieler Forschungswerkstatt

Im life:labor der Forschungswerkstatt an der CAU erhalten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einen Zugang zu aktuellen Themen aus der humanmedizinischen und biologischen Forschung. Zudem ermöglicht der Laborbesuch den Jugendlichen das Kennenlernen und Ausprobieren von Arbeitsmethoden dieser Disziplinen. Die Angebote richten sich an ganze Schulklassen und beziehen sich auf die Fachanforderungen für das Fach Biologie, eignen sich also als inhaltliche Ergänzung zum regulären Biologieunterricht. Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Kiel Evolution Center fand im life:labor mit Unterstützung des Clusters der Projekttag „Den Resistenzen auf der Spur – Evolution von Krankheitserregern“ statt. An vier Terminen nahmen insgesamt rund 70 Schülerinnen und Schüler an dem Programm teil. Die Jugendlichen erfuhren, welche gravierenden Probleme behandlungsresistente Krankheitserreger zum Beispiel für chronisch Lungenkranke mit sich bringen. Gleichzeitig lernten sie, welche Strategien helfen können, Infektionen dennoch erfolgreich zu behandeln. Begleitet wurde das Kursangebot des life:labors vom Leibniz-WissenschaftsCampus KiSOC (Kiel Science Outreach Campus). Ziel ist, die Wirksamkeit der Wissensvermittlung wissenschaftlich zu überprüfen. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts sollen in die Entwicklung neuer Formen der Didaktik und der Wissenschaftskommunikation einfließen.

Schullabor Borstel

Experimentieren wird auch im Schullabor des Forschungszentrums Borstel groß geschrieben. In Zusammenarbeit mit Lehrkräften wurden überschaubare Experimente für verschiedene Forschungsbereiche entwickelt. Zum Beispiel können die Jugendlichen aus Proben der Mundschleimhaut die DNA isolieren und einen genetischen Fingerabdruck erstellen, Blattfarbstoffe mittels Chromatographie untersuchen oder Antikörper gegen Allergene nachweisen. Das Schullabor richtet sich an Jugendliche der Klassen 9 bis 13 und verfügt über eine gute bis sehr gute Ausstattung an Geräten.

Nacht der Wissenschaft in Plön

Das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön beteiligte sich bei der Europäischen Wissenschaftsnacht Ende September mit einem vielseitigen Programm zur biologischen Forschung. Dabei ging es um Fragen wie: Sind Pilze eigentlich Pflanzen oder Tiere? Wie bekomme ich die Erbsubstanz aus einer Tomate? Wie sieht Dein Name als DNA-Code aus? Was ist ein mikrobieller Fingerabdruck? Kinder konnten auf eine spannende Foto-Entdeckungsreise durch die Welt der Wissenschaft und Evolutionsbiologie gehen und sich am Ende als „Max-PlanckMini-Forscher“ auszeichnen lassen. Einblicke in die eigene Forschung gaben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Plöner Instituts und der CAU in Vorträgen.

Cluster-News zum Liken und Teilen

Seit Juni 2017 ist der Cluster bei Twitter vertreten. Unter @medinflame sendet und teilt das Team der Geschäftsstelle Neuigkeiten, die Cluster-Mitglieder oder deren Forschung betreffen. Inhalte der Tweets sind zum Beispiel spannende Publikationen, Studienaufrufe, Ausschreibungen, Veranstaltungsankündigungen oder Wissenschaftspreise. Die Kurzmitteilungen sind meist verlinkt mit ausführlicheren Informationen etwa einer Pressemeldung, einer Webseite oder einem Zeitschriftenartikel. Außerdem wurde der YouTube Kanal Medinflame Inflammation at Interfaces eingerichtet. Hier eingestellte Videos zeigen unter anderem Interviews mit Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats, Eindrücke von der Mikrobiom-Ausstellung und Statements von den Young Scientists-Sprecherinnen.

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