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Wissenschaftliche Exzellenz

Neues Konzept für den Wettbewerb

Die Antragsskizze für die Weiterförderung des Exzellenzclusters wurde am 3. April der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) übergeben. Am 28. September fiel die Entscheidung, dass auch ein Vollantrag gestellt werden kann. Dazwischen lag der Cluster-Retreat, bei dem intensiv am zukünftigen Forschungsprofil von „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ gearbeitet wurde.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat sich zusammen mit der Universität zu Lübeck (UzL) und den Partnerinstitutionen für einen Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) innerhalb der Exzellenzstrategie (ExStra) des Bundes und der Länder beworben. Die 195 eingereichten Skizzen für Exzellenzcluster wurden anschließend in 21 international besetzten Panels nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien begutachtet. Auf dieser Grundlage entschied das mit 39 überwiegend im Ausland tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzte „Expertengremium“ darüber, welche Skizzen als weiter ausgearbeitete Anträge in die Endauswahl kommen. Für den schleswig-holsteinischen Cluster war das Votum positiv. Er war weiter im Wettbewerb um die Fördermillionen und hatte bis 21. Februar 2018 Zeit, den Vollantrag bei der DFG abzugeben. Daran gearbeitet wurde aber bereits bevor klar war, ob es weitergehen wird.

Cluster-Retreat

130 Clustermitglieder kamen am 13. und 14. Juli zum Retreat in Timmendorfer Strand zusammen, um am zukünftigen Forschungsprofil zu arbeiten. Der wissenschaftliche Beirat gab wichtige Impulse für die ExStra-Bewerbung. Cluster-Sprecher Professor Stefan Schreiber stellte das Konzept von „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ in groben Zügen vor. Das Ziel ist, diagnostische Werkzeuge und therapeutische Interventionen zu entwickeln, die dazu dienen, den individuellen Krankheitsverlauf vorherzusagen und die Aktivität chronisch entzündlicher Erkrankungen entsprechend der individuellen Konstellation zu kontrollieren. Die Vision ist eine vollständige Kontrolle über den Krankheitsprozess zu erreichen, in jedem Stadium und so früh wie möglich. Dazu soll Grundlagenforschung in Präzisionsmedizin überführt werden. Entscheidend hierfür ist die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fächern Evolutionsbiologie, Immunologie, Medizin, Ernährungswissenschaft und Medizintechnologie sowie die systematische Anwendungsforschung an Patientinnen und Patienten. In sechs Sitzungen ging es in die Detailarbeit. In jeweils drei parallelen Workshops wurden die Arbeitspakete für die 10 Research Technology Fields, Target Innovation Projects und Clinical Demonstrators zur Diskussion gestellt. Immer mit dabei die Professoren Rudi Balling, Richard Blumberg und Joachim Thiery vom wissenschaftlichen Beirat. Beiratsmitglied Ulf Müller-Ladner stieß am zweiten Tag dazu. Bei der abschließenden Plenumssitzung gaben die externen Ratgeber wertvolle Hinweise für eine erfolgversprechende Antragstellung.

Precision Health in Schleswig-Holstein

Ein wichtiger Baustein im neuen Konzept ist „Precision Health in Schleswig-Holstein“ (PHSH) - ein Organisationsrahmen, in dem die exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes zukünftig die Ergebnisse ihrer Forschung in der Krankenversorgung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) einfließen lassen können. Die Steuerungs/Governance-Struktur von PHSH soll eine direkte Interaktion zwischen anwendungsorientierter Forschung und den Entscheidungsgremien in der Administration des UKSH fördern. Erster thematischer Schwerpunkt sind chronische Erkrankungen, die mit Entzündungen zusammenhängen. Dazu zählen einerseits eigenständige Entzündungskrankheiten wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder rheumatische Erkrankungen und im zweiten Schritt infektiöse, degenerative oder maligne Erkrankungen. Die Idee ist, durch neue diagnostische Verfahren diese komplexen Erkrankungen in einem sehr frühen Stadium zu erkennen und mit geeigneten Interventionen beeinflussen zu können. Damit es möglichst erst gar nicht zu morphologischen Manifestationen von Erkrankungen kommt oder ein chronischer Krankheitsverlauf unterbleibt. Es geht also genau genommen nicht nur um Präzisionsmedizin, daher auch die Bezeichnung „Precision Health“, sondern vielmehr um die weitesgehende Gesunderhaltung. Ziel ist also, die Pathophysiologie zu unterbrechen, bevor Strukturen unwiederbringlich geschädigt werden.

Nachwuchsgruppenleitungen für SH-Chairs

Die CAU und die UzL haben im Mai 2017 acht Juniorprofessuren ausgeschrieben. Die Stellen sind den acht Schleswig-Holstein Excellence Chairs (SH-Chairs) zugeordnet. Die Tandems aus Chair und Nachwuchsgruppenleitung sollen die Entzündungsforschung in Schleswig-Holstein stärken und die inhaltliche Neuausrichtung des Cluster-Antrags innerhalb der Exzellenzstrategie maßgeblich mitbestimmen.

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