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Der Sitz der Immun-Zentrale

Der Verdauungstrakt spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit: Er ist der Ort, wo Nährstoffe aufgenommen werden und wo sich zirka 70 Prozent aller Zellen des Immunsystems befinden. Eine Störung kann schwere Symptome auslösen.

Anhaltender Durchfall, krampfartige Bauchbeschwerden, Blutungen und Fieber sind die Symptome für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED). Zu ihnen zählen vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Bei der Colitis ulcerosa ist der Dickdarm entzündet. Dabei geht die Entzündung von der Darmschleimhaut, also der innersten Schicht des Darms aus. Im Unterschied dazu sind bei Morbus Crohn alle Schichten des Darms von der Entzündung betroffen und es können Beschwerden in allen Abschnitten des Verdauungstrakts auftreten.

Ein Zusammenspiel vieler Faktoren

In Deutschland sind etwa 320.000 Menschen an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erkrankt. Die Krankheiten treten bereits früh, zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, auf und sind bislang nicht heilbar. Die genauen Ursachen, die zu einer chronischen Entzündung des Darms führen, sind bisher nicht sicher bekannt. Eine genetische Veranlagung scheint allerdings sicher zu sein, da es Familien gibt, in denen chronisch entzündliche Darmerkrankungen gehäuft vorkommen und durch epidemiologische Untersuchungen mehrere Risikogene identifiziert wurden. So wurden für Morbus Crohn mittlerweile über 70 Risikogene entdeckt. (Mehr information unter Pressemitteilung)

Auch verschiedene Umweltfaktoren scheinen eine Rolle zu spielen, da die Erkrankungswahrscheinlichkeit davon abhängt in welchem Land, aber auch, ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt.

Als gesichert gilt, dass Rauchen ein auslösender Faktor für Morbus Cohn sein kann, da Raucher eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit haben zu erkranken, wie Nichtraucher.

Das Ziel einer Therapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist in erster Linie, die akuten Symptome wie Durchfall und Schmerzen zu verhindern. Dafür werden Medikamente eingesetzt, die die Entzündungen vermindern und die Immunabwehr des Körpers schwächen sollen.

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