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Kurzzusammenfassung

Chronische Entzündungen aufgrund einer gestörten Interaktion zwischen Umwelt und Barriereorganen sind eines der Hauptprobleme in der Medizin überhaupt. Der Exzellenzcluster hat in der ersten Förderperiode (FP) tiefgreifende Erkenntnisse über die molekulare Ätiologie von chronischen inflammatorischen Barriereerkrankungen geliefert, basierend auf dem Zugang zu sehr großen Patientenkohorten, Schlüsseltechnologien und einem stark interdisziplinären Ansatz. Zum ersten Mal konnten vollständige Stoffwechsel- und Signalwege systematisch identifiziert werden, die von einer primären genetischen Disposition zur makromorphologischen Manifestation einer Krankheit führen. Mit der neuen Struktur des Exzellenzzentrums für Entzündungsmedizin (Comprehensive Center of Inflammation Medicine (CCIM)) wurde eine interdisziplinäre klinische Umgebung geschaffen, in der Therapien für Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheiten durch die institutionalisierte Diskussion verschiedener medizinischer Fachgebiete ausgewählt und die Entscheidungen über therapeutische Experimente getroffen werden. Gleichzeitig liefern die im CCIM versorgten Kranken Daten für die angegliederte Forschung.

Während das hypothetische Krankheitsmodell in der ersten FP den Forschungsprozess noch linear von einigen wenigen, erwarteten Krankheitsgenen hin zur strukturellen, evolutionären und funktionalen Annotation und Exploration bei Patientinnen und Patienten führte, verlangte die noch nie da gewesene Komplexität und Bandbreite der ätiologischen Erkenntnisse nun nach einer neuen Herangehensweise. In der zweiten FP wurde daher eine Forschungsstrategie entwickelt, bei der die verschiedenen Forschungsbereiche (research areas (RA)), die sich mit den entscheidenden genetischen, genomischen und funktionalen Elementen der inflammatorischen Ätiopathologie beschäftigen, eng mit den sogenannten Cluster-Laboren (CL) zusammenarbeiten. Der Cluster hat sich zum Ziel gesetzt, eine individuelle, molekulare Signatur der Wirksamkeit von Patiententherapien zu beschreiben, die in genetisch konditionierten Modellsystemen abgebildet werden kann und in der Zukunft die individuelle Auswahl entzündungshemmender Therapien ermöglichen wird. Dafür sind der Aufbau einer medizinischen Systembiologie und hohe Investitionen in die IT-Struktur eine unerlässliche Voraussetzung. Letztlich ist es das Ziel des Clusters, inflammatorische Barriereerkrankungen in einem frühen, noch nicht klinischen Stadium zu erkennen, bevor der Prozess nicht mehr umzukehren ist und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindern.
Grafik Forschungsgebiete
Abbildung: Die Abbildung zeigt den interaktiven wissenschaftlichen Aufbau des Clusters mit Clusterlaboren (rot) und Research Areas (blau).

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