Sie sind hier: Startseite / Newsroom / Aktuelles / Bakterienmischung auf der Haut steht im Zusammenhang mit Hautkrebs

Bakterienmischung auf der Haut steht im Zusammenhang mit Hautkrebs

09.06.2017

Mitglieder des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“ verbessern bestehende Analysemethoden

Auf unserer Hautoberfläche leben Millionen von Bakterien. Diese Zusammensetzung ist sehr individuell und wird unter anderem durch unsere genetischen Merkmale geprägt. Forschende des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“ unter der Leitung von Professor John Baines (Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön) und Professor Saleh Ibrahim (Universität zu Lübeck) entdeckten jetzt eine neue Anwendungsmöglichkeit für eine aktivitätsbasierte Analyse von Bakteriengemeinschaften. Ihre Erkenntnisse könnten die Grundlage für neue Formen der Hautkrebsvorsorge sein. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Microbiome veröffentlicht.

Das Mikrobiom, also die gesamten Bakterien und Mikroorganismen die in und auf einem Menschen leben, steht aktuell im Fokus der lebenswissenschaftlichen Forschung. Über das Darmmikrobiom ist bereits vieles bekannt, beispielsweise welch großen Einfluss es auf unser Immunsystem hat. Aber auch die Haut, mit einer Fläche von rund zwei Quadratmetern das größte Organ des Menschen, wird von zahlreichen Bakterien besiedelt. Die meisten von ihnen sind nützliche Mitbewohner, denn sie schützen unseren Körper vor schädlichen Einflüssen von außen. Das Hautmikrobiom rückt immer stärker in den aktuellen Fokus der Forschung. Professor Baines: „In unserer aktuellen Studie konnten wir bereits etablierte Methoden zur Analyse der Bakterienvergesellschaftung auf der Haut erheblich verbessern. So konnten wir nachweisen, dass es auch einen Zusammenhang zwischen bakterieller Besiedlung und Krankheitsentstehung gibt.“ Dieses Zusammenspiel ist auch ein Schwerpunkt des Kiel Evolution Center (KEC), in dem die Anwendung evolutionärer Prinzipien zur Lösung medizinischer Fragestellungen erforscht wird.

Das Team um die Erstautorin Meriem Belheouane untersuchte den Zusammenhang von genetischen Faktoren des Wirts mit den Bakteriengemeinschaften auf der Haut von Mäusen. Dabei entdeckte die interdisziplinäre Arbeitsgruppe, der auch Mitglieder des Graduiertenkollegs „Gene, Umwelt, Entzündung“, Kiel Evolution Center und der Universität Lübeck angehörten, das ein Großteil der Gene die Bakterien beeinflussen auch im Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs und chronisch entzündlichen Erkrankungen stehen. Diese Ergebnisse basieren zum Großteil auf der Analyse der Aktivität einzelner Bakterien und deren Gemeinschaft mittels spezieller molekularbiologischer Methoden. Erstautorin Belheouane: „Unsere neuen Ergebnisse könnten wichtige Hinweise geben, wie entzündliche Hauterkrankungen oder Hautkrebs in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert werden könnten. Dazu müssten unsere Ergebnisse noch verbessert werden, damit ein direkter Zusammenhang zwischen der mikrobiellen Besiedlung und den genannten Krankheiten aufgedeckt werden kann.“

 

Link zur Originalpublikation:

Belheouane, M, Gupta, Y, Künzel, S, Ibrahim, S und Baines, JF (2017): Improved detection of gene-microbe

interactions in the mouse skin microbiota using high-resolution QTL mapping of 16S rRNA transcripts. Microbiome, http://dx.doi.org/10.1186/s40168-017-0275-5

 

Kontakt:
Professor John Baines
Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“
Telefon: 04522/763-367

 

Bildmaterial steht zum Download bereit:

Hautabstrich

Ein Hautabstrich wird bei einer Patientin entnommen.
Foto: John Baines

 

Exzellenzcluster Entzündungsforschung
Wissenschaftliche Geschäftsstelle, Leitung: Dr. habil. Susanne Holstein
Presse und Kommunikation, Dr. Tebke Böschen
Postanschrift: Christian-Albrechts-Platz 4, D-24118 Kiel
Telefon: (0431) 880-4682, Telefax: (0431) 880-4894
E-Mail:
Internet: www.inflammation-at-interfaces.de

Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces/Entzündungsforschung“ wird seit 2007 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit einem Gesamtbudget von 68 Millionen Euro gefördert; derzeit befindet er sich in der zweiten Förderphase. Die rund 300 Clustermitglieder an den insgesamt vier Standorten: Kiel (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Lübeck (Universität zu Lübeck, UKSH), Plön (Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie) und Borstel (Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften) forschen in einem innovativen, systemischen Ansatz an dem Phänomen Entzündung, das alle Barriereorgane wie Darm, Lunge und Haut befallen kann.

Artikelaktionen

abgelegt unter:
Kontakt

Dr. Tebke Böschen

Presse und Kommunikation

Geschäftsstelle des Exzellenzclusters
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel

Telefon: 0431 880 4682
Telefax: 0431 880 4894
E-Mail:
Internet: www.inflammation-at-interfaces.de