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Kieler Wissenschaftler erhält Carl-Ludwig Preis

10.10.2014

Dr. med. Andreas Linkermann (37), Oberarzt der Klinik für Innere Medizin IV des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Clustermitglied, wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) mit dem Carl-Ludwig Preis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde auf der diesjährigen Jahrestagung der DGfN in Berlin verliehen. Mit dem Preis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten auszeichnet. Dr. Linkermann wurde für seine Arbeiten zu einem speziellen Signalweg des Regulierten Zelltods, der Nekroptose, geehrt.

Nekroptose ist eine erst kürzlich identifizierte Form des sogenannten Regulierten Zelltods, der in vielen Erkrankungen eine Rolle spielt, z.B. beim Herzinfarkt, Schlaganfall, im akuten Nierenversagen, bei der Organtransplantation und im Rahmen von Blutvergiftungen. Im Gegensatz zur sogenannten Apoptose, bei der ein kontrollierter Abbau von absterbenden Zellen sichergestellt ist und die Zelle stirbt, ohne das Nachbargewebe zu schädigen, führt die Nekroptose zur Freisetzung von potentiell schädlichen Zellbestandteilen aus den absterbenden Zellen, was Entzündungen hervorrufen kann. Das molekulare Verständnis des Signalwegs der Nekroptose ist von Interesse, da entscheidende Eiweiße hochspezifisch durch neu entwickelte Medikamente direkt an der Fortleitung dieses Signalwegs gehemmt werden. Diese Substanzen, die sogenannten Nekrostatine, werden derzeit von diversen Pharmafirmen auf ihr außergewöhnliches therapeutisches Potential hin getestet.

Die Auszeichnung für Dr. Linkermann wurde für die „Arbeiten zur Nekroptose“ vergeben, zu welcher Publikationen unter anderem im New England Journal of Medicine (NEJM) und im Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) erschienen waren. Diese beschäftigen sich vorrangig mit Nekroptose im akuten Nierenversagen und im Rahmen von Nierentransplantationen, behandeln aber auch die Entstehung irreversibler Organschäden bei der Sepsis (Blutvergiftung).

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