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Vorwort

von Stefan Schreiber

Das Jahr 2012 war ein denkwürdiges Jahr in der Geschichte des Exzellenzclusters. Unser Forschungsvorhaben wurde einer eingehenden Begutachtung unterzogen und hat Stand gehalten. Vor einem internationalen Gutachtergremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der gesamten nationalen Forschungslandschaft konnten wir unsere Exzellenz ein zweites Mal behaupten.

Wir sind überglücklich, dass unser Antrag für die zweite Förderperiode so hervorragend begutachtet und bewilligt wurde. Schleswig-Holstein braucht junge, gute Leute in den Lebenswissenschaften, die exzellente Forschung und Lehre in einem interdisziplinären Umfeld betreiben. Deshalb wollen wir in den nächsten fünf Jahren insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs optimale Karrierechancen bieten, um den Wissenschaftsstandort Schleswig- Holstein weiter nachhaltig zu stärken.

 

Stefan Schreiber

 

 

 Zu Beginn der Exzellenzinitiative haben wir einen linearen und monokausalen Ansatz verfolgt, um die Zusammenhänge zwischen einem Gen, einer Krankheit und einer sich daraus ableitenden Therapie zu untersuchen. Aufgrund der weltweiten dynamischen Entwicklung des Wissenschaftsfeldes, zu der auch unser Forschungsverbund maßgeblich beigetragen hat, hat sich dieser Ansatz allerdings als nicht zielführend erwiesen. Um uns gegen die nationale Konkurrenz zu behaupten, mussten wir die Ausrichtung unserer  Forschungsschwerpunkte und die damit verbundenen Strukturen im Cluster neu überdenken. Die Forschung der letzten Jahre hat deutlich gezeigt, dass die Zusammenhänge viel komplexer sind. In den meisten Fällen ist nicht ein Gen allein für die Entwicklung genetisch bedingter Erkrankungen verantwortlich. Im Gegenteil: Häufig begünstigen eine Vielzahl von Genen im Zusammenspiel mit anderen Faktoren, zum Beispiel Einflüssen der Umwelt, die Manifestation und den Verlauf einer Krankheit. Die neue wissenschaftliche Ausrichtung des Clusters, die im Antrag für die zweite Förderperiode verankert ist, basiert auf dem Ansatz einer Multifaktoren-Analyse zur Krankheitsentstehung und -entwicklung. Dies hat eine starke inhaltliche und strukturelle Neuorientierung des Clusters zur Folge.

 Eine wichtige Säule bei unserer neuen Ausrichtung ist dabei die gezielte und substanzielle Verstärkung der Bereiche Bioinformatik und Systembiologie. Der Cluster hat sich das Ziel gesetzt: Individuelle molekulare Signaturen für die Therapieeffizienz zu identifizieren, diese in entsprechend genetisch modifizierten Modellen zu evaluieren und daraus in der Zukunft individualisierte Therapien zu entwickeln. Der Aufbau der medizinischen Systembiologie und signifikante Investitionen zum Aufbau der IT-Struktur sind wichtige Voraussetzungen, um diese komplexen Regelnetzwerke zu verstehen. Letztendlich will der Cluster langfristig Konzepte entwickeln, um Entzündungserkrankungen der Barriereorgane in einem frühen, klinisch noch weitgehend unauffälligen Stadium zu erkennen und zu behandeln, so dass sie gar nicht erst entstehen können.

                                                                                                         Unterschrift

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