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Vorwort

von Professor Stefan Schreiber

Im nunmehr siebten Jahr der Clusterförderung hat sich die Zusammenarbeit zwischen Klinik und Forschung, zwischen den verschiedenen klinischen Disziplinen und auch zwischen den einzelnen Cluster-Standorten eingespielt. Von einer lähmenden Routine sind wir aber immer noch meilenweit entfernt. Die Etablierung der Cluster-Labore, der clusterinterne Wettbewerb zur Projektförderung und die regelmäßig stattfindenden Cluster-Retreats sorgen für die erforderliche Dynamik, um die Forschung in die richtige Richtung zu fokussieren und das Ziel – die Grundlagen von Entzündungskrankheiten besser zu verstehen und zielgerichtet zu behandeln – nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Das Verständnis über die molekularen Mechanismen, die zu chronischen Entzündungen führen, ist dank unserer Arbeit ständig angewachsen. Aber noch immer gibt es offene Fragen. Was die auslösenden Ursachen sind, warum ein Mensch auf der Basis einer bestimmten genetischen Konstellation erkrankt und ein anderer nicht, ist derzeit noch unklar. Diese äußeren Faktoren zu finden, ist ein wichtiges Forschungsziel, da sie der Schlüssel zur Prävention und zielgerichteten Therapie sind.
Die mikrobielle Besiedlung von Darm und anderen Grenzflächen wie Lunge oder Haut ist offenbar hierfür von Bedeutung. Daher nehmen verschiedene Arbeitsgruppen im Cluster die Bakterienpopulation unter die Lupe, die sich gemeinsam mit dem Menschen über mehrere Millionen Jahre hinweg entwickelt hat. Dabei geht es vor allem darum, auf molekularer und mechanistischer Ebene zu verstehen, wie sich die veränderten Umweltbedingungen und Ernährungsgewohnheiten auf die Darmflora auswirken. Gesucht wird unter anderem nach genetischen Unterschieden zwischen Wirtsindividuen, die die bakterielle Besiedlung beeinflussen und gleichzeitig die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen erhöhen. Um diese Fragen beantworten zu können, bedienen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters der Methoden der Metagenomic und Metabolomic. Damit kann einerseits das Genom einer ganzen Mikroorganismen-Population zum Beispiel im menschlichen Darm auf einmal analysiert werden. Gleichzeitig ist es möglich, durch die RNA-Analyse zu untersuchen, ob sich zum Beispiel der Stoffwechsel der Bakterien unter bestimmten Bedingungen ändert.
Die Erfolge des Clusters sind unübersehbar. Das dokumentieren die zahlreichen Publikationen von Clustermitgliedern in hochrangigen Journalen und das bestätigte auch das internationale Interesse an unserem zweitägigen Symposium in Hamburg mit rund 350 Beteiligten und Referentinnen und Referenten aus 14 Ländern. Und auch in diesem Jahr gab es wieder Preise und Auszeichnungen für besondere Leistungen. Nicht zu vergessen die EU-Förderung (ERC Starting Grant) in beachtlicher Höhe an einen jungen klinischen Forscher für das Forschungsvorhaben „IBDlipids“.

Sprecher des Exzellenzclusters

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